Yorkie Dog Puppy Mill

Heute im Sonderangebot: Yorkie Welpen

Fast täglich lese ich Anzeigen im Internet, in denen jemand einen Yorkshire Terrier Welpen sucht. Preis: 200 – 300 Euro. Am Liebsten zu verschenken.

Yorkie Dog Puppy Mill

Ich bin immer wieder entsetzt, wie wenig informiert diese „Interessenten“ offensichtlich sein müssen, wenn sie glauben, einen reinrassigen, gesunden und sozialisierten Welpen für so einen Schnäppchenpreis zu bekommen.

 

Was für einen Welpen bekommt man also für diese Summe?

Erste Möglichkeit: Keinen

Ihr glaubt mir nicht? Schon mal was von Kamerunwelpen gehört? Nein? Na, dann lest mal weiter…

Welpen werden auf verschiedenen Portalen im Internet als zu verschenken inseriert. Oftmals wird hierzu der Text und die Bilder von anderen Anzeigen kopiert, da man ja erstens sprachtechnisch nicht auffallen möchte und zweitens ja gar keine Welpen existieren, die man inserieren könnte.

Nimmt man Kontakt mit dem „Verkäufer“ auf, so bekommt man eine herzzerreißenden Geschichte in einem fragwürdigen Deutsch präsentiert. Und hat einen das noch nicht abgeschreckt und man möchte einen solchen Yorkie Welpen übernehmen, muss man zunächst die Transportkosten im Voraus bezahlen. Meistens über Western Union, da man dies nicht zurück buchen lassen kann. Regelmäßig meldet sich dann der Anbieter erneut und fordert weiteres Geld für Flughafen- oder Zollgebühren, Reiseboxen, Versicherungen, tierärztliche Bescheinigungen oder Einreiseformulare, da sonst der Welpe nicht ausgeliefert werden könne.

Mike Ruckelshaus, tierschutzpolitischer Sprecher bei TASSO, fasst den typischen Hergang so zusammen: „Am Ende Welpen sind keine Ware Logohat der geschädigte Tierfreund einen drei- oder vierstelligen Eurobetrag per anonymen Bargeldtransfer bezahlt, und der Anbieter löst sich in Luft auf. Das überwiesene Geld ist unwiederbringlich verschwunden. In verschiedenen Online-Kleinanzeigen werden immer wieder kostenlos Welpen, überwiegend kleine Rassen wie Chihuahuas oder Yorkshire-Terrier, aus Kamerun oder anderen Ländern angeboten. Die Gründe der Abgabe sind verschieden, suggerieren aber immer Dramatik oder Dringlichkeit. Die angebotenen Welpen existieren jedoch in Wirklichkeit gar nicht.“

Ihr glaubt mir immer noch nicht? Dann sucht mal im Netz nach „Kamerunwelpen„. Ihr werdet Euch wundern.

Zweite Möglichkeit: Wühltischwelpen

Immer wieder wird davor gewarnt, doch immer wieder lassen sich Yorkie Welpenkäufer offensichtlich von „Schnäppchenpreisen“ verführen. Meistens währt die Freude am günstig erworbenen Welpen jedoch nicht lange. Schon kurz nach dem Kauf fällt auf, dass mit dem Hund irgendwas nicht stimmt. Teure tierärztliche Behandlungen und oftmals der „Totalverlust“ sind dann die Folge, für möglichst wenig Geld einen Rassehund erstanden zu haben.

Ihr Schnäppchenjäger glaubt also wirklich, dass man auf Parkplätzen aus dem Kofferaum einen Welpen aus einer seriösen Zucht bekommt, der sozialisiert ist und von einem seriösen Tierarzt aus dem Ausland als gesund befunden wurde? Und das dieser auch noch aus einer super Verpaarung kommt, mit Papieren?

Unterschiedlich große Yorkie WelpenOder glaubt ihr, dass ihr Euren Traumhund bei einem „Züchter“ findet, der Euch schon beim ersten Besuch einen Welpen in die Hand drückt, zum sofort Mitnehmen. Wo die Hundemama gerade nicht da ist. Und wenn Du Papiere wünscht, kein Problem, für 300 Euro mehr werden welche ausgestellt? Oder aber die versprochenen Papiere vom Verein noch nicht angekommen sind oder sehen aus, als seien Sie aus dem eigenen Drucker?

Warum genau sind denn diese billig angebotenen Welpen so günstig? Doch weil die Elterntiere, vor allem die Hündinnen, in der Regel unter katastrophalen Umständen gehalten werden, mehrmals im Jahr (durch Hormonbehandlungen möglich gemacht) Welpen bekommen, sehr schlecht ernährt und oftmals überhaupt nicht tierärztlich betreut werden. Werden sie krank, läßt man sie einfach sterben!

Solch skrupellose Vermehrer halten hunderte von Hunden in dreckigen, engen Käfigen. Meist sitzen sie in Ungarn, Polen, Slowenien und Rumänien. Viel zu jung werden die Welpen der Mutter entrissen, denn jeder möchte kleine Yorkie Welpen. Sie werden in Kisten gesteckt und tagelang mit dem Auto nach Deutschland gebracht. Und dann eben auf Parkplätzen oder dreckigen Höfen verschachert. Oder noch besser, bei deutschen Zwischenhändlern abgeladen, die dann noch mitverdienen am Elend dieser armen Hunde.

Zu Eurer eigenen Sicherheit und zum Wohle Eures zukünftigen Yorkshire Terriers möchte ich Euch eine Checkliste  ans Herz legen: Checkliste Welpenkauf

Und bitte: Fallt nicht auf die Maschen der Abzocker aus Kamerun rein und kauft auch nicht aus Mitleid einen Wühltischwelpen. Diese grausamen Menschen zielen genau darauf ab. Durch den Kauf unterstützt Ihr diese Machenschaften. Genau aus diesem Grund gibt es diese Massenzuchtanlagen, auch Puppy Mills genannt.

Möchtet Ihr, dass Euer Welpe dort geboren wird? Oder das die Mutter so aufwächst? (Achtung, nichts für schwache Nerven. Bitte nur anklicken, wenn Ihr diesen Anblick ertragen könnt.)

Informiert Euch vorher, was ein Yorkie Welpe kostet. Gerne könnt Ihr euch hier mal anschauen, was ein Yorkie im Laufe seines Lebens kostet. Wenn Ihr dieses Geld nicht habt, dann spart eine Zeit lang. Auch in 6 oder 12 Monaten wird es den passenden Yorkshire Terrier Welpen von einem guten Züchter für Euch geben.

Seid Ihr schon mal auf einen Hundehändler oder Betrüger gestoßen oder sogar reingefallen? Dann teilt bitte Eure Geschichte, um andere davor zu bewahren.

6 Antworten
  1. Socke-nHalterin
    Socke-nHalterin says:

    Ein wirklich trauriges Thema. Die Kamerunhunde kannte ich nicht. Dies ist zwar ein finanzieller Nachteil und man ärgert sich. Dumm gelaufen, sagt man dazu oft. Nun, wer bei Lebenwesen ein Schnäppchen möchte, der muss es vielleicht auch auf diese Art lernen. Das Drama um die Welpenvermehrer und gewinnsüchtigen Züchter, namentlich aus dem Ausland finde ich aber schlimmer, denn da hängen nun wirklich die armen Tiere dran.

    Tiere sollten überhaupt nicht auf üblichen Verkaufsplattformen angeboten werden. Schon allein das Portal grenzt nicht deutlich ab, dass es sich nicht um einen Gegenstand, sondern um ein Lebewesen handelt. Und wie viele Vögel und Reptilien lebend per Post versandt werden ist undenkbar….

    Möge Dein Artikel die Menschen wachrütteln und sie von solchen Käufen abhalten.

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo Sabine und Socke (cooler Name übrigens lol)!

      Du hast da was ganz wichtiges gesagt. Bei den Leuten, die auf Kamerunwelpen eingefallen sind, sind selbst schuld, da sie meinen, ein Lebewesen ist nichts wert.

      Bei Hundehändler finde ich das auch viel schlimmer. Das Leid dieser armen Tiere ist unglaublich. Da müsste es viel strengere Regeln für die Einfuhr geben.

      Aber ob es einen Unterschied macht, ob ein Tier per Aushang im Supermarkt, Anzeige in der Zeitung oder im Internet gibt, kommt auf das selbe raus. Oder nicht? Irgendwo erreicht man so natürlich auch mehr Menschen. Und ob die Händler die Welpen selbst anbieten oder über deutsche Zwischenhändler, die sich als Züchter ausgeben, das Elend bleibt.

      Man muss diese Leute an der Grenze oder noch besser vor Ort stoppen.

      Oder was wäre Deine Idee?

      LG Kellie

      Antworten
      • Socke-nHalterin
        Socke-nHalterin says:

        Nun, egal, wo dieses Elend beendet werden kann, sollte dies geschehen. Da hast Du absolut Recht. Mir war nur wichtig zu sagen, dass Tiere nicht mit und wie Küchen – und Elektrogräte anboten werden sollten. Schon dieses Gleichsetzen mit Gegenständen ist für mich ein falsches Verständnis von einem Lebewesen

        Viele liebe Grüße
        Sabine mit Socke

        Antworten
        • Kellie Jaxson
          Kellie Jaxson says:

          Hallo Sabine, hallo Socke!

          Ich verstehe, was Du meinst und ich stimme Dir zu, das man endlich aufhören sollte, Lebewesen als Sachen zu bezeichnen und auch so zu behandeln.

          Zuerst habe ich gedacht, vielleicht wäre eine eigene Plattform ein erster Schritt. Doch, wenn man weiter denkt, wird es das Problem nicht an der Wurzel packen. Hier muss man viel früher ansetzen. Die meisten Menschen in Deutschland sehen, zum Glück, Tiere als Gefährten und Lebewesen mit Seele. Leider ist dies in anderen Ländern nicht so. Erst wenn sich hier in den Köpfen etwas ändert, ändert sich auch die Situation der Tiere. Oder meinst Du nicht?

          LG Kellie

          Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Meinung nicht alleine, denn eine ähnliche Meinung haben auch meine Bloggerkollegen von hundhoch3, yorkshireterrierblog, i´s about Dogs and Chiru und Beagle Timmy. Ich hoffe, dass all diese Artikel und Blogposts dazu […]

  2. […] finden können. Verständlicherweise ist man verunsichert. Schließlich liest man immer wieder von Wühltischwelpen und dubiosen Vermehrern, die kranke Welpen […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Kommentar verfassen