Fragender Yorkie 2

Kastration – Kampf der Geschlechter – Ansichten vom Mars

Fragender Yorkie 2Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus. Soviel wissen wir inzwischen.

Getroffen haben wir uns in der Mitte: Der Erde. Dass wir dadurch aber noch lange nicht auf einer Wellenlänge liegen, zeigt besonders ein Thema: Kastration!

Aus Gründen der Gleichberechtigung und des lieben Friedens willen, wird es zwei Artikel zu diesem Thema geben. Zuerst wird ein Vertreter vom Mars, Mathias, mit dem ich seit 4 Jahren zusammenlebe, seine Sichtweise darlegen. Anschließend bekommt die Vertreterin der Venus, also ich, das Wort. Diesen Artikel findet Ihr hier: Kastration – Kampf der Geschlechter – Ansichten von der Venus

Möge die Schlacht beginnen…

„Ich glaube, es wird Zeit, dass die Klöten abkommen“, war der Satz, der mich augenblicklich zu einer Salzsäure erstarren ließ. Vor meinem geistigen Auge sah ich erst eine riesige Schere, die mir die Eier abschnitt, dann meine Freundin, die damit jonglierte und anschließend einen mittelalterlichen Knabenchor.

Der aus weiter Ferne zu kommende Satz: „Nicht du, der Rüde“, holte mich langsam aus meiner Schockstarre zurück. Weniger Schmerzen bereitete es mir jedoch nicht. Mitleidig sah ich unseren Yorkie Rüden Kimi an, der schwanzwedelnd im Wohnzimmer stand und glücklicherweise nicht verstand, worum es hier ging.

Natürlich fand auch ich es nicht schön, dass unser Großer seit dem Erreichen der Geschlechtsreife unseres zweiten Rüden einen ordentlichen Testosteronschub bekommen hatte. Plötzlich gehörte unsere Yorkshire Terrier Hündin nicht mehr ihm alleine. Und so markierten die beiden Hormongesteuerten um die Wette und versuchten, durch ordentliches Imponiergehabe, das Herz der Angebeteten zu erobern. Es gewann der Kleine.

Und so versuchte Kimi an diesem leidvollen Tag, sich eine neue Herzdame zu suchen. Er haute ab. Wir fanden ihn im Garten einer Nachbarin, wo er gerade versuchte, eine ausgewachsene Dogge zu beglücken. Zugegeben, das sah schon ziemlich bescheuert aus, aber deswegen gleich Eier ab?

Es gibt Dinge, die wollen wir Männer einfach nicht hören.

Dazu gehören Sätze wie „Schatz, wir müssen reden“ und eben alles, in dem „Kastration“ vorkommt. „Kimi ist ein stolzer Rüde!“ Auch dieser Satz schien sie nicht umzustimmen und so mußten Fakten auf den Tisch. Das Internet wird es schon richten, dachte ich so, und begab Yorkie am Laptopmich auf die Suche.

Doch so sehr ich mich auch bemühte, irgendwie lief es auf eins hinaus: Kastration, kann man machen, muß man aber nicht!

Unnötig zu erwähnen, dass die anschließende Grundsatzdiskussion recht einsilbig mit „Nein“, „Doch“ endete. Wobei ich mich natürlich auf die Seite der Kastrationsgegner schlug.

Also mußte ein Richter, quasi eine höhere Instanz, her.

Und zwar ein parteiischer: Unser Tierarzt. Der ist schließlich auch vom Mars. Der wird die Botschafterin von der Venus schon zur Vernunft bringen. Doch was ich da zu hören bekam, verschlug mir glatt die Sprache: „Das ist keine große Sache. Ein kleiner Schnitt unter Narkose und schon ist das Thema erledigt.“

Ich war am Boden zerstört. Verraten, von meiner eigenen Spezies. Ich konnte es mir nicht erklären. Doch er konnte es: „Stellen Sie sich vor, Menschen wären wie Hunde. Jedes Mal wenn ein Weibchen läufig ist, setzt Ihr Verstand aus und Sie rennen wie ein Irrer sabbernd hinter ihr her. Und kurz bevor Sie ihr Ziel erreichen, haut Ihnen jemand volle Kanne auf die Fresse. Und das für den Rest Ihres Lebens!“

Ok, so richtig spaßig klang das nicht, aber trotzdem gleich Eier ab?

Natürlich mußte meine Freundin noch in die offene Wunde stochern: „Schatz, entspann Dich. Es sind doch nicht Deine Eier!“

Auch wenn schon. Zum OP-Termin kann sie alleine fahren. Nicht, dass der Rüde noch denkt, ich wäre damit einverstanden gewesen. Ich habe für dich gekämpft, mein Großer!

Dein Mathias

8 Antworten
  1. Severine Martens
    Severine Martens says:

    Ja lieber Mann vom Mars, Du hast tapfer gekämpft und Dein kleiner Freund (den Hund meine ich!) wird es Dir ewig danken, dass Du dann doch dem Tierarzt geglaubt hast. Es ist untern Strich besser so, glaube mir: Dieser ewige enthirnende Stress mit dem läufigen Weibervolk, irgendwie ist das doch auch kein Leben! …Oder?

    Alles richtig gemacht!
    findet
    Milow H. Lunke (Straßenhund a.D., ebenfalls entklötet)

    Antworten
    • MathiasR
      MathiasR says:

      Hallo Milo!

      So jetzt habe ich mich mal angemeldet, um Dir persönlich zu antworten.

      Ich bin der Mathias, der Mann vom Mars… Und Retter der intakten Rüden. Scherz beiseite. Inzwischen habe ich mich noch ein wenig mehr informiert und letztendlich haben mich Frauchen und der Tierarzt doch überzeugen können.

      Du hast Recht, immer diesen süen geruch der Liebe in der Nase zu haben und nicht mehr der Hund sein zu können, der Kimi sonst ist, ist auf Dauer kein Leben.

      Vielleicht lernen wir dich und dein tolles Frauchen ja mal kennen. Würde mich freuen.

      Danke für deine Unterstützung!

      Euer Mathias

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  2. Yvonne, äh, Basco
    Yvonne, äh, Basco says:

    Hi hier spricht Basco…auch nach 10 Jahren noch intakt. Aber nur dank der einer Fehldiagnose einer ach so tollen Tierärztin, die meinte ich hätte eine DCM. Dafür habe ich jetzt den Chip..also die chemische Kastration (hat diesselben hormonellen Auswirkungen wie die „Eier ab“-Methode). Ich bin dadurch unfruchtbar, ABER an meinem Verhalten hat sich nichts geändert. Rein gar nichts.
    Mein Fazit: Kastration macht unfruchtbar, aber, ja nach Vorgeschichte, Alter etc. wird das Verhalten dadurch nicht oder nur unwesentlich beeinflusst. Allerdings gibt es dennoch einen Vorteil: durch eine Kastration treten Prostataprobleme (ja,ja da sind wir Vierbeiner ebenso betroffen wie die Zweibeiner) mit signifikant geringerer Wahrscheinlichkeit auf. Das ist doch schon mal etwas….
    Wuff…

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo Wuff!

      Schön, dass Du deine Geschichte mit uns geteilt hast.

      Frauchen und Herrchen hatten auch erst überlegt, mir auch nur einen Chip zu verpassen. Aber der Tierarzt hat ihnen genau das erzählt, was Du geschrieben hast. Das eben das Krebsrisiko dadurch nicht sinkt und oftmals das gestresste Verhalten sich nicht ändert.

      Daher müssen die Nüßchen wohl weg. Ich bin ganz schön aufgeregt deswegen. Aber die Dosenöffner haben versprochen, dass ich dann zur Belohnung ein neues Quietschebällchen bekommen. Darauf freue ich mich schon ganz dolle.

      Drück mir die Daumen und grüß Dein Frauchen von mir. Die scheint echt nett zu sein.

      Wuff Dein Kumpel Kimi

      Antworten
  3. Birgit
    Birgit says:

    Mein kleiner Rocky ist jetzt 9 Monate, hat ein klöten in der Leiste und zahnprobleme. Es müssen in Kürze mehrere Zähne entfernt werden, auch fürchte ich wegen seiner dreherei noch gendefekte hat. Bin völlig fertig, lieb ihn so sehr

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo Birgit,

      das ist echt doof, aber ich habe eine Freundin, wo das beim Rüden auch so ist. Sie hat sich eine zweite Meinung eingeholt und es nicht operieren lassen. Der Kleine ist jetzt 4 und lebt sehr gut damit.

      Das mit den Zähnen haben leider sehr viele kleine Rassen. Zwei unserer mußten auch die Milchzähne raus haben. Das ist aber halb so wild 😉

      Drücke euch auf jeden Fall die Daumen.

      LG Kellie

      Antworten

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  1. […] nennt ihn “mein Großer” und sein Einsatz zum Thema Kastration ist bemerkenswert (schaut mal hier). Nur eines macht unser Rüde immernoch nicht: Vom Sofa aufstehen, wenn wir nach Hause kommen und […]

  2. […] Wozu das Ganze? Immer wieder gibt es Diskussionen zwischen Männlein und Weiblein, wenn es um die Kastration geht. Besonders, wenn der geliebte Rüde seine Klöten lassen soll. Auch bei uns. Daher habe ich meinen Lebensgefährten gestattet, seine Geschichte zu erzählen. Diese findet Ihr hier: Kastration – Kampf der Geschlechter – Ansichten vom Mars. […]

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