Typische Yorkie Krankheiten – Augen und Luftröhre

Yorkshire Terrier KimiWie bei jeder Hunderasse gibt es auch beim Yorkshire Terrier bestimmte Krankheiten, die auffällig oft vorkommen. Oftmals kann man diesen vorbeugen oder bereits im Frühstadium erkennen. Denn je früher ein Krankheitsbild erkannt wird, umso größer die Heilungschancen.

Im zweiten Teil der Serie „Typische Yorkie Krankheiten“ möchte ich heute über Erkrankungen an den Augen und der Luftröhre sprechen.

Entropium (Roll-Lid)

Ein Roll-Lid ist zumeist angeboren, hervorgerufen durch ein Missverhältnis der Zugkraft verschiedener Augenlid-Muskeln. Bei ausgewachsenen Yorkies kommt es durch Augenkrankheiten, Entzündungen Verletzungen und Vernarbungen zum Roll-Lid. Bei älteren Tieren durch eine Bindegewebs- und Muskelschwäche. Roll-Lid beim Hund

Unbehandelt hat der Hund ständig das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge. Oftmals versuchen die Tiere durch Reiben mit den Pfoten dies zu entfernen. Durch die gereizte Bindehaut kommt es zu einem ständigen Augentränen, Rötungen, Bindehaut- und Hornhautentzündungen. Bei besonders schwierigen Fällen kann sogar die Sehleistung beeinträchtigt werden.

Ein Entropium ist in der Regel nur operativ zu behandeln. Auf jeden Fall sollte frühzeitig ein Tierarzt konsultiert werden, um schwerwiegende Folgen zu vermeiden.

Grauer Star (Katarakt)

Von grauem Star spricht man bei teilweiser oder gänzlicher Trübung der Augenlinse des Yorkies. In den meisten Fällen erkranken ältere Hunde an primärem Katarakt. Die Erkrankung kann aber auch eine Begleiterscheinung. Grauer Star beim YorkieHäufig zu finden ist sie bei Hunden mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), progressiver Retinaatrophie (krankhafte Rückbildung der Netzhaut),  Missbildung der Netzhaut (Retinale Dysplasie) oder Uveitis (Entzündung der inneren Augenstruktur).

Vor der Behandlung klärt ein Tierarzt die Ursache der Erkrankung. Hier wird zunächst die auslösende Erkrankung behandelt. Bei primärem Katarakt kann die Sehkraft durch eine Zertrümmerung der trüben Linse per Ultraschall, Aussaugung der Kapsel und anschließenden Ersetzung der Linse durch eine Tier-Kunstlinse wiederhergestellt werden. In allen Fällen sollte man aber frühzeitig den Tierarzt oder noch besser einen Fachtierarzt für Augenheilkunde kontaktieren.

Trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca/KCS)

Mangels ausreichender Tränenflüssigkeit oder eines Defizits des wässrigen Anteils des Tränenfilms bildet sich ein trockenes Auge. Ursachen sind neben Staupe und Leishmaniose Erkrankungen oftmals Medikamente wie Atropin. Trockenes Auge (KCS) beim Yorkshire TerrierAber auch nach Operationen am Auge oder anderen Krankheiten wie Diabetes mellitus. Erste Anzeichen sind eine gerötete und dicke Bindehaut sowie eine schleimig-eitrige Bindehautentzündung. Die KCS kann ein- oder beidseitig auftreten.

Eine Therapie der KCS erfolgt in Form von dauerhafter und konsequenter Verabreichung von künstlicher Tränenflüssigkeit. Nur in besonderen Fällen wird eine Operation angewandt.

Membrana Pupillaris Persistens (MPP) bzw. Persistierende Pupillarmembranen (PPM)

Als MPP bzw. PPM wird eine Rückbildungsstörung der Pupillarmembran bezeichnet. Diese kann sowohl erblich MPP PPM beim Yorkiebedingt oder spontan auftretend sein. In leichten Fällen ist diese kaum zu erkennen und muß auch nicht behandelt werden.

Beim genauen Hinsehen erkennt man bestenfalls kleine Linien oder Punkte der Rückstände des embryonalen Gefässnetzes. Diese Beeinträchtigen den Yorkie aber in der Regel nicht. Nur in schwerwiegenden Fällen sollte man sich hinsichtlich einer Therapie vom Fachtierarzt beraten lassen, da es hier zu Sehbehinderungen kommt.

Luftröhrenkollaps (Trachealkollaps)

Der Luftröhrenkollaps ist leider eine weit verbreitete Erkrankung bei Yorkshire Terriern. Besonders betroffen sind Yorkies mittleren Alters. Durch das Erweichen der stützenden Knorpelspangen in Folge der Veränderungen der Knorpelgrundsubstanz kommt es zum Zusammenfallen der Luftröhre. Man unterscheidet die Schwere des Kollaps in 4 Stufen. Ob die Krankheit erblich bedingt ist, ist bisher nicht geklärt.

Typisch ist anfänglich ein plötzlicher Husten. Dieser tritt meist bei größerer Aufregung oder starker körperlicher Belastung auf. Zieht der Hund an der Leine, übt das Halsband Druck auf die Luftröhre aus und kann damit auch diesen Husten auslösen. Aufgrund der Anfälligkeit, sollte man einen Yorkshire Terrier möglichst mit Geschirr ausführen.

Grundsätzlich ist bei einem Trachealkollaps die gleiche Therapie wie beim Menschen möglich. Sowohl das Einsetzen eines Stents (Gefäßstütze) als auch eines gelegtes Kunststoffgerüst zur Stützung der Luftröhre sind jedoch bei Hunden noch im experimentellen Stadium und mit hohen Kosten verbunden. Außerdem ist eine Linderung durch beide Methoden nicht gewährleistet.

Wie sich ein Luftröhrenkollaps beim Yorkie äußert, könnt Ihr in diesem Video sehen.

Im dritten Teil

Im dritten Teil der Serie geht es um Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und des Blutes, sowie Hormonstörungen.

Lest auch: Typische Yorkie Krankheiten – Kopf und Zähne

2 Kommentare
  1. Alex
    Alex says:

    Großes Kompliment für Deinen Blog. Gefällt mir sehr gut. Ich hatte selber einen Yorkshire Terrier und mir ist die Krankheit mit der Luftröhre bekannt. Leider eine sehr häufig vorkommende Krankheit, gerade bei kleinen Hunderassen.

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo Alex!

      Vielen Dank für das Kompliment. Ich freue mich immer sehr, wenn mein Blog so gut ankommt 😉

      Ja, leider leiden echt viele unter Problemen mit der Luftröhre. Darauf sollten Zuchtverbände doch mehr Wert legen, wenn Du mich fragst.

      LG Kellie

      Antworten

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