DIY – Wurfbox selber bauen

Wenn die Hundegeburt naht, macht man sich früher oder später Gedanken über die Wurfbox. Kaufen oder selber Yorkshire Terrier Wurfboxbauen? Wie groß sollte diese sein? Wie ausgestattet? Wird die Hündin diese mögen?

Fragen über Fragen…

Wir haben unsere Wurfbox selber gebaut. So hat man mehr Gestaltungsmöglichkeiten, unsere Hündin liebt ihre Box und Spaß macht es auch noch. Und keine Angst, das ist leichter, als man denkt. Man sollte nur ein paar Dinge beachten.

Die Hundebox – Step by step…

Die richtige Größe

Wenn es um die richtige Größe der Wurfbox geht, sollte man bedenken, dass die Box für die ersten Wochen das Zuhause für die kleinen Yorkies ist. Diese fangen früher oder später an, hier auch ihr Geschäftchen zu verrichten und mit den Geschwistern zu spielen. Zudem ist es einfacher, wenn man sich mit in die Box setzen kann, falls die Mutterhündin Hilfe bei der Geburt benötigt.

  1. Höhe: Hier sollte man sich ungefähr an der Schulterhöhe der Hündin orientieren.
  2. Breite: Die Hündin sollte sich auch an der schmalen Seite problemlos hinlegen können, um ihre Babys zu säugen.
  3. Länge: Nach Belieben. Je nachdem, ob man sich mit reinsetzen möchte oder nicht.

Wurfkiste Yorkie Welpen

Wir haben uns für folgende Maße entschieden:

120 cm x 80 cm x 30 cm

Länge x Breite x Höhe

Amy hat es gerne, wenn sowohl ich, als auch mein Lebensgefährte bei der Geburt dabei sind. So kann immer einer mit ihr in der Box sein, während der andere sich um alles andere wie wiegen und Notizen machen kümmern kann.

Materialien und Größe der Seitenwände

Hier ist man relativ flexibel. Geeignet sind Span- oder Siebdruckplatten, sowie geschliffene Kistensperrholzplatten. Wir haben uns für Leimholzplatten aus Kiefer entschieden. Wichtig finde ich, dass das Holz unbehandelt ist.

Wurfkiste Yorkshire Terrier

Folgende unbehandelte Leimholzbretter und Zubehör haben wir im Baumarkt besorgt:

2 Stück 120 cm x 30 cm x 15 mm

2 Stück 80 cm x 30 cm x 15 mm

1 Stück Leimholzlatte 120 cm x 4 cm x 15 mm

Außerdem: Feines Schmirgelpapier und 24 Schrauben

Da wir einen flexiblen Ein- und Ausstieg aus der Box haben wollten, haben wir uns eins der langen Bretter in 3 gleiche Teile von je 40 cm zuschneiden lassen. Um die Öffnung in der Höhe variieren zu können, wurde eins dieser Teilstücke nochmals in 3 gleiche Teile zugeschnitten. Um diese Teilstücke später leicht ein- und ausschieben zu können, sollte man die Latte in vier Teile sägen oder, für die weniger handwerklich geschickten, sägen lassen. Die beiden inneren Teile sind dabei natürlich etwas kürzer, je nach Dicke des Bodens.

Alle Holz-Teile sollte man vor dem Zusammenbau mit feinem Schmirgelpapier bearbeiten, damit sich weder die Yorkie-Mama noch die Welpen an Splittern verletzen können.

Wahl des richtigen Bodens

Auch hier kann man das Material nach seinem Belieben wählen. Achten sollte man darauf, dass der Boden gut sauber zu halten ist, keine Nässe durchläßt und keine giftigen Lacke oder Lasuren enthält. Geeignet sind normale Holzplatten oder Vekaplan Platten aus Hart-PVC.

Unsere Box hat übrigens keinen Holzboden, sondern einen Boden aus dicken Styroporplatten. Diese sind nicht so hart wie Holz und schützen gleichzeitig vor dem kalten Fliesenboden in unserem Wohnzimmer.

Material Boden Wurfbox

Folgende Styropor-Platte haben wir besorgt:

180 cm x 60 cm x 4 cm

Natürlich muß man diese mit einem Teppichmesser oder einer heißen Nadel noch auf die gewünschte Größe zuschneiden.

Egal, ob man sich für Holz und Styropor entscheidet: Um den Boden vor Nässe zu schützen, sollte man diesen auskleiden oder mit Öko-Klarlack behandeln.

Unsere Lösung: Gelbe Säcke! Diese sind kostenlos, schnell auszutauschen und dicht. Einfach mehrere Säcke über den Boden ausbreiten. Alternativ kann man natürlich auch andere Müllsäcke oder ein Stück PVC nehmen.

Brauche ich einen Distanzrahmen?

Ein sogenannter Distanzrahmen ist im Grunde eine schmale Leiste, die rundum innen ca. 10 cm über dem Boden angebracht wird. Dieser soll es den Welpen ermöglichen, sich aus dem Weg zu rollen, wenn die Mutter sich zu schnell hinlegt und womöglich noch ein Welpe im Weg ist. So könnte die Mutter einen Welpen schlimmstenfalls zerdrücken oder ersticken.

Braucht man also einen Distanzrahmen? Daran scheiden sich die Geister. Ich persönlich halte diesen gerade bei großen Hunden für sehr sinnvoll. Ob man bei einer Yorkshire Terrier Hündin von 3 Kilo unbedingt einen benötigt, sei dahin gestellt. Wir haben noch nie einen gebraucht, aber das soll jeder für sich selbst entscheiden. Wenn es Euch ein Gefühl der Sicherheit gibt, dann legt einen Rahmen rein. Am besten sollte dieser aber rausnehmbar sein, da er eh nur die ersten Tage nötig ist.

Was ist sonst noch zu beachten?

  • Die Größe der Wurfkiste ist natürlich nicht nur von den oben erwähnten Kriterien abhängig, sondern auch vom Platz, an dem sie aufgestellt werden soll. Also: Vorher ausmessen, ob der Platz für die gewünschte Größe auch vorhanden ist.
  • Die Box sollte an einem Platz aufgestellt werden, an dem die Welpen vor Zugluft geschützt sind.
  • Die Yorkie-Mama benötigt während der Geburt keinen zusätzlichen Stress. Es sollte sich um ein ruhiges Plätzchen fern von spielenden Kindern und anderen Personen oder Haustieren handeln.
  • Möglichst sollte ein Sofa oder Bett im selben Raum stehen, um die erste Zeit die Hündin mit ihren Babys auch Nachts im Auge zu haben. Eine Matratze tut es natürlich auch.
  • Viele Yorkshire Terrier Hündinnen mögen einen Höhlencharakter wenn es um den Wurfplatz geht. Versucht mal eine Decke über die Box zu legen oder auch ein Spannbettlaken darüber zu spannen, wenn Eure Hündin sich noch nicht in der Box aufhalten möchte.
  • Um die werdende Mama an die Wurfkiste zu gewöhnen, sollte diese bereits ca. 2 Wochen vor dem Wurftermin aufgestellt werden. Anfangs statten wir die Box mit gemütlichen Kissen, Decken, Körbchen, Spielzeug und Kauknochen aus. So fühlt sie sich gleich wohl und nimmt die Box gut an.
  • Ein paar Tage vor dem Termin tauschen wir dieses „Interieur“ gegen ausrangierte Bettwäsche und Decken und/oder Handtücher aus. Während der Geburt buddeln und scharren Hündinnen gern. Dazu sollte man ihr auch die Möglichkeit geben. Deshalb sind oben auf kleinere Handtücher, die man auch schnell wechseln, wenn sie durch die Geburt verschmutzt sind.
  • Ich empfehle für die obere Schicht möglichst helle Materialien zu nehmen. So erkennt man gleich, wenn  grünliche Flüssigkeit und Gebärmutterschleim aus der Scheide kommt. Dies ist Fruchtwasser und bedeutet, dass der Welpe ungeschützt im Geburtskanal steckt. Sollte dieser nach einer Viertelstunde nicht geboren werden, muß Hilfe geholt bzw. der Tierarzt informiert werden, da der Welpe sonst zu ersticken droht.

Alternativen zum Do-It-Yourself-Prinzip

Fertige Wurfkisten kann man auch im Internet kaufen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Von einfach bis ausgefallen, günstig bis Luxus gibt es alles, was das Züchterherz begehrt und der Geldbeutel Luxus Wurfboxhergibt. Auch gebrauchte Boxen sind eine gute Alternative für alle, die sich den Selbstbau nicht zutrauen oder sich die Arbeit nicht machen möchten oder können. Wichtig finde ich, dass man die Kiste später wieder auseinandernehmen kann, um sie platzsparend zu verstauen.

Gebrauchte Wurfboxen bekommt man oft schon ab ca. 50,- €. Neue Modelle sind in einfacher Ausführung bereits ab 70,- € zu bekommen. Natürlich kann man auch Luxus-Modelle mit speziellem Holz oder anderen Features für mehr als 150,- € bestellen.

Ihr braucht unsere Hilfe?

Habt Ihr Schwierigkeiten bei der Auswahl der Materialien oder den Maßen? Oder habt Ihr Fragen zum Aufbau oder AusrufezeichenStandort der Wurfbox? Kein Problem. Schreibt mir einfach kurz eine eMail an deryorkshireterrier(at)aol.com. Ich helfe Euch gerne weiter.

Wir bauen übrigens auch eine Wurfkiste für Euch, wenn Ihr möchtet! Natürlich nach Euren Wünschen und Vorlieben. Kontaktiert uns hierzu auch unter der selben eMail Adresse!

2 Kommentare
  1. Hendrik Heidemann
    Hendrik Heidemann says:

    Hi, sehr gelungener und ausführlicher Artikel.
    Ich habe noch einen Tipp um den Boden zu schützen.
    Malervlies aus dem Baumarkt.
    Das Vlies ist günstig, weich und wärmend.
    Und das Beste:
    Die Unterseite ist mit einer Folie beschichtet. So bleibt der Boden geschützt.

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo Hendrik!

      Freut mich natürlich sehr, dass dir der Artikel so gut gefällt. Hört man doch gerne von einem Profi.

      Vielen lieben Dank für den Tipp. Das ist wirklich eine super Idee, darauf sind wir noch gar nicht gekommen 😉

      Schönes Wochenende
      Kellie

      Antworten

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