Wieviel Erziehung braucht ein Yorkie?

Erziehung eines Yorkshire Terrier WelpenSeid mal ehrlich: Was habt Ihr euch vorgenommen, als Euer Yorkie-Welpe bei Euch einzog? Hundeschule besuchen? Kommandos lernen? Wolltet auch Ihr einen gut erzogenen Hund, den jeder mag und der jeden mag?

Nun ist aus dem putzigen Fellknäul ein ausgewachsener Yorkie geworden und irgendwie „tickt“ er nicht so, wie Du dir das eigentlich vorgestellt hast. Er zieht an der Leine, klappt die Ohren zu, wenn Du rufst, bellt alles und jeden an, und rennt lieber den Kaninchen nach als hinter Dir her zu trotten.

Wie sagt Hundeexperte Martin Rütter immer so schön: „Und, wie hast Du es ihm beigebracht?“

Recht hat er!

Yorkies sind schlau und Meister der Manipulation. Ich glaube manchmal, sie wissen genau, wie niedlich sie sind und nutzen das schamlos aus, indem sie sich uns so zurechtbiegen, wie sie uns gerne hätten.

Und leider kommt die Erziehung bei einem kleinen Hund oft zu kurz. Wenn ich mich so in meinem Freundeskreis oder Umfeld so umschaue, habe ich manchmal das Gefühl, dass manche Halter von kleinen Hunden meinen, diese bräuchten keinerlei Erziehung. Ihr könnt Euch vorstellen, was für „Teufel“ manche so spazieren führen. Nein? Na dann solltet Ihr mal weiterlesen…

Keine Frage, man läßt einem Yorkie oder auch Chihuahua oder Mops mit Sicherheit viel mehr durchgehen als einem Schäferhund oder einem Rhodesian Ridgeback. Ich persönlich bin mit German Shepherd and YorkieSicherheit nicht mega konsequent und unsere Yorkies müssen auch nicht funktionieren wie eine Maschine. Allerdings habe ich von Anfang an Wert auf eine Grunderziehung gelegt. Meiner Meinung nach sollte jeder Hund, egal ob groß oder klein, gewisse Kommandos wie „Sitz“, „Platz“, „Bleib“, „Aus“ und „Komm“ beherrschen. Ebenso sollte auch ein Yorkie vernünftig an der Leine laufen und auch hören, wenn er von der Leine gelassen wird. Außerdem sollte er freundlich gegenüber Zwei- und Vierbeinern sein. Aber offensichtlich ist das zuviel verlangt.

Bei geschätzten 90 % aller Kleinhunde, die ich auf unseren üblichen Gassirunden so sehe, sieht der Alltag nämlich anders aus

Sie werden nicht von der Leine gelassen, weil sie dann garantiert auf und davon sind. Und falls doch, dann machen sie auf zurufen alles mögliche, nur nicht herkommen. Apropos Leine: Manchmal fragt man sich, wer da eigentlich mit wem Gassi geht.

Andere beißen das eigene Herrchen, sobald dieser einen anderen Hund streicheln möchte. Oder pöbeln jeden Hund an, selbst wenn es eine ausgewachsene Dogge ist. Ich habe schon Chihuahuas erlebt, die jeden Besucher daheim anfallen, sobald dieser nur aufsteht. Und Herrchen oder Frauchen? Was machen die? Nichts!

Ganz klar, die Erziehung eines kleinen Hundes ist schwerer für den Halter als die eines großen Hundes. Viel zu oft erliegt man der Niedlichkeit. Wer ist nicht entzückt, wenn der kleine Welpe versucht zu bellen? Oder einen die süßen Knopfäuglein ansehen und ein Stückchen vom Essen abbekommen möchten? Wen stört es schon, wenn der 3-Kilo Yorkie einen zur Begrüßung freudig wedelnd anspringt?

Auch erfordert es definitiv mehr Körpereinsatz, einem kleinen Hund Kommandos beizubringen. Mit den herkömmlichen Methoden kommt man kaum weiter, um so einem Zwerg das Laufen bei Fuß oder an der Leine beizubringen. Wer, wie von Hundetrainern empfohlen, am Anfang alle paar Schritte durch Streicheln oder Leckerchen geben positiv bestärken will, hat spätestens nach einer Woche Rücken. Auch das Üben von „Sitz“ oder „Platz“ funktioniert nur durch in die Hocke gehen.

Eine besonders beliebte Methode von Kleinhund-Besitzern ist es, das Fellknäul einfach auf den Arm zu nehmen, wenn er mitkommen soll oder sich ein großer Hund nähert. Wenn Gefahr droht, ist dies durchaus sinnvoll, denn ein Schlag mit einer größeren Pranke kann so einem Mini Hundi schwere Verletzungen zufügen. Allerdings sollte man seinem Kleinen Kontakt zu großen Hunden ermöglichen. Sonst entwickelt er gerne mal einen Napoleon-Komplex und hält sich großen Hunden gegenüber für den Größten unter der Sonne. Erst wenn es zu wild oder gefährlich wird, sollte man den Kleinen aus der Gefahrenzone bringen.

Yorkshire Terrier HundeschuleAllerdings sollte man nie vergessen, dass auch ein Yorkshire Terrier ein vollwertiger Hund ist. Und so ein Terrier braucht vor allem eines: Konsequente Erziehung. Und er möchte geistig und körperlich gefördert werden. Der Besuch einer Hundeschule hilft da ungemein. Allerdings sollte man darauf achten, dass gerade in der Welpen- und Junghundstunde ein Kleinhundkurs ausgewählt wird. Sonst verliert er schnell die Lust. Niemand möchte gerne von großen Hunden als Mobbingopfer missbraucht werden. Das ist der Sozialisierung mit Sicherheit nicht förderlich.

Sobald der kleine Yorkie ausgewachsen ist, stehen einem alle Möglichkeiten offen. Ob Agility, Obedience, Dogdancing oder Trickdogging. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Und was die Kommandos angeht: Dafür ist es nie zu spät. Auch im fortgeschrittenen Alter kann man noch lernen. Es mag etwas länger dauern, aber es lohnt sich.

Wenn man seinem Yorkie eine gewisse Grunderziehung zugute kommen läßt, spricht auch nichts dagegen, ihn ein wenig zu verwöhnen. Er wird nicht die Weltherrschaft an sich reißen wollen, nur weil er aufs Sofa oder mit ins Bett darf. Solange er nicht ständig bettelt, spricht auch nichts dagegen, ihm mal was Leckeres vom Menschenessen abzugeben.

Er darf gerne ein Schosshündchen sein, solange man ihn auch Hündchen sein läßt. Denkt dran: Ein gut erzogenener Hund hat ein Maximum an Freiheit!

Ihr werdet erstaunt sein, wieviel Lob und anerkennde Blicke man erntet, wenn so ein Zwerg gut erzogen ist. Heute ist ein guter Tag damit anzufangen, seinen Yorkie zu erziehen…

Wer von Euch Tipps dazu möchte, der sollte in den nächsten Wochen öfters einen Blick in den Blog werfen, denn ab sofort gibt es regelmäßig Tipps und Tricks, um seinem Yorkie Kommandos beizubringen oder sogar den ein oder anderen Trick 😉

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