Testament wenn Hunde erben

Habt Ihr schon Euer Testament gemacht oder wenn Hunde erben…

Für viele Menschen ist ihr Hund oder ihre Katze heutzutage viel mehr als nur ein Haustier. Oftmals ist es der beste Freund, Kinder- oder auch Partnerersatz. Nicht nur, aber gerade auch im höheren Alter, wenn die eigenen Kinder aus dem Haus sind und der Lebenspartner vielleicht schon verstorben.

Aber auch für junge Menschen ist es ein festes Mitglied der Familie. Ein Weggefährte, tierischer Freund, Sportpartner und Aufmunterer. Viele richten ihr privates, manchmal sogar berufliches Leben auf das Zusammenleben mit dem geliebten Vierbeiner aus.

Umso erstaunlicher, dass kaum jemand einen „Plan“ hat, was mit dem treuen Freund geschieht, wenn einem mal was passiert. In meinem Familien- und Freundeskreis sind viele Hundehalter. Als ich fragte, wer sich um die Fellnase kümmert, wenn sie es selbst nicht mehr können, kam oft die Antwort: Die Familienangehörigen.

Aber ist das wirklich so?

Wenn Hunde zu Waisen werden.

Sollte ich durch Krankheit oder einen Unfall nicht mehr in der Lage sein, mich um meine kleinen Mäuse zu kümmern oder gar ums Leben kommen, so würden diese bei meinem Partner bleiben. Keine Frage. was aber, wenn wir beide betroffen sind. Wie schnell ist es passiert, dass durch einen Autounfall plötzlich die Hunde zu Waisen Hund als Erbewerden.

Nehmen wir mal an, dass dieser Fall so einträte, können sich Familienangehörige wirklich so um den oder die Hunde kümmern, wie man es sich vorstellt. Sind sie bereit, womöglich ihre privaten und beruflichen Interessen einem Haustier zuliebe umzustellen?

Die Entscheidung, einem Hund ein Zuhause zu bieten, haben wir alle bewußt getroffen. In unserem Fall sind ja es ja bekanntermaßen sogar 3 Hunde. Wir haben unsere Arbeitszeiten so geregelt, dass sie nie mehr als 4 Stunden alleine sind. Urlaubsziele wählen wir danach aus, ob Vierbeiner erwünscht sind. Mehrmals täglich gehen wir mit ihnen Gassi und beschäftigen uns mit ihnen.

Wäre meine Familie bereit, dies auch zu tun?

Wenn sie es wären, hätten sie dann nicht selbst einen Hund?

Könnte ich von meinen Eltern, die bereits ihre Rente und damit auch mehrere Urlaubsreisen im Jahr genießen, verlangen, nun ihre Freizeitgestaltung mit Hunden zu planen? Oder könnte ich von meinem Bruder erwarten, dass er seine Arbeitszeit und damit finanzielle Situation ändert und seine TestamentFreizeitaktivitäten wie Bandproben und Angelausflüge mit Freunden reduziert, um sich um meine Hunde zu kümmern. Und das nicht nur kurzfristig sondern die nächsten Jahre?

Der ein oder andere von Euch denkt jetzt sicher: OK, komm auf den Punkt!

Ich weiß, dass niemand sich gerne mit solchen Gedanken beschäftigt. Vor allem in jungen Jahren. Doch es ist wichtig, sich Gedanken zu machen. Seinem Liebling zu liebe. Und es ist genauso wichtig, diese Gedanken niederzuschreiben. Mit seinen Angehörigen und Freunden zu sprechen. Herauszufinden, bei wem sein Vierbeiner im Falle des Falles gut aufgehoben wäre und dass sich derjenige darüber bewußt ist, welche Verantwortung er übernimmt.

Schreibt Euer Testament!

Auch wenn sich dieses Wort jetzt für Euch wie ein Hammerschlag anhört oder anfühlt. Haltet Euren letzten Willen schriftlich fest. Und das nicht nur für Euer Haustier, sondern für Euch und Eure Angehörigen. Bestimmt selbst, wer Eure Angelegenheiten regeln soll, wenn Ihr es nicht mehr könnt.  Dazu gehören neben dem Testament auch eine Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung.Testament

Natürlich kann man hierfür einen Anwalt oder Notar zu Rate ziehen. Kostenlose Hilfe bieten aber auch karitative Einrichtungen wie die Caritas. Sie bietet umfangreiche Informationen und Unterstützung. Eine leicht verständliche Hilfe bietet auch das Vorsorge-Set der Stiftung Warentest.

In diesem Rahmen könnt Ihr verbindlich festlegen, was mit Eurem Vierbeiner geschehen soll. Und ob Ihr finanziell für sie vorgesorgt habt. Nach deutschem Recht können Tiere eigentlich nicht erben. Nur natürliche und juristische Personen sind erbberechtigt. Wenn Ihr Eurem Haustier in einem Testament Euer Vermögen hinterlasst, ist dieses Testament unwirksam.

Kann mein Hund erben?

Jedoch hört man immer wieder davon, dass ein Hund Millionen erbt und auch nach dem Tod von Herrchen oder Frauchen weiterhin in seinem vertrauten Zuhause wohnen kann, wie zuletzt im Fall vom verstorbenen Modezar Rudolph Moshammer und seiner Yorkshire Terrier Hündin Daisy.

Über Umwege ist es nämlich durchaus möglich, seine Haustiere im Testament zu bedenken:

  • Zum Einen kann der sogenannte Erblasser, also der Testamentsaufsetzende, eine Person oder eine Institution als Erbe einsetzen und es zur Auflage machen, das Tier zu versorgen. Damit bestimmt man, wer sich also um das Tier kümmern soll. Moshammer mit DaisyDas können Angehörige, Nachbarn, Freunde, ein Tierschutzverein oder eine Stiftung sein. Gleichzeitig kann man es zur Auflage machen, dass das hinterlassene Vermögen, oder ein Teil hiervon, von diesem Erben für das Haustier verwendet wird. So kann man sicher stellen, dass z. B. Tierarztkosten gedeckt sind. Es ist sogar möglich zu bestimmen, dass dies kontrolliert wird. Diese Kontrolle kann z. B. ein Notar oder eine Tierschutzorganisation übernehmen.
  • Die zweite Möglichkeit ist es als Tierhalter einen Erben einzusetzen, gleichzeitig aber auch einen Pfleger für seinen Vierbeiner zu bestimmen. Das kann ein Freund sein, aber auch die Nachbarin oder der ehemalige Dogsitter. In diesem Fall wird der Erbe verpflichtet, diesem Pfleger monatlich einen bestimmten Betrag auszuzahlen, der testamentarisch festgelegt wurde.

Egal, für welchen Weg Ihr euch entscheidet: Wichtig ist, dass Ihr eine Entscheidung zum Wohle Eurer Lieblinge trefft.

Denkt darüber nach, sprecht mit Angehörigen und Freunden und haltet Eure Entscheidung schriftlich fest. Nur so stellt Ihr sicher, dass es Eurer Fellnase im Falle des Falles an nichts fehlt. Aus Liebe zu Eurem Haustier!

12 Antworten
  1. Steffi
    Steffi says:

    Puh! Ein Thema, mit dem man sich nicht gerne auseinandersetzen will! Aber man kommt nicht durm herum… das stimmt wohl!
    Um mein Testament habe ich mich noch nicht gekümmert. Zur Zeit beschäftige ich mich mit einer Patientenverfügung. Aber in dem Zuge kann ich eigentlich auch gleich beides bearbeiten….

    Nachdenkliche Grüße von
    Steffi (mit Ren & Stimpy)

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo ihr drei!

      Es ist sicher kein Thema, worüber man gerne nachdenkt, das stimmt wohl.

      Genauso wie Patientenverfügungen. Wir haben all dies aber bereits vor einiger Zeit in der Familie besprochen und geregelt.

      Wir möchten, dass alles geregelt ist solange man noch diese wichtigen Entscheidungen treffen kann und eben auch, dass unsere Hundis gut versorgt sind.

      Wenn du schon dabei bist, dann mach dir auch über Ren & Stimpy Gedanken und wo du sie gerne untergebracht haben möchtest.

      LG Kellie

      Antworten
  2. Gaby. Dapprich
    Gaby. Dapprich says:

    Oh ja stimmt😯. Eine Patientenverfügen haben wir gemacht aber da hatten wir die Biene noch nicht. Müssen wir bald nach holen . Danke für denn Hinweis man verdrängt sowas auch ganz schnell. Darf ich denn Beitrag Teilen?
    Lg Gaby und Biene

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo ihr beiden!

      Klar, darfst du den Beitrag teilen. Ich finde das Thema echt wichtig. Darüber sollte sich jeder Haustierhalter Gedanken machen.

      Wenn ihr das zusammen mit der Patientenverfügung aufbewahrt, kann ja nichts mehr schiefgehen.

      LG Kellie

      Antworten
  3. shivawuschl
    shivawuschl says:

    Über dieses Thema spricht man sicher nicht gerne… aber ich hatte es neulich grade mit meinen Eltern davon. Sie haben beide übereinstimmend und unabhängig geäußert, dass sie im Falle des Falles sofort für meine Shiva da wären.
    Auch meine beiden Brüder würden ihr Leben zwar ändern müssen, es aber meiner Motte zuliebe sicher tun. Grade der ältere Bruder wünscht sich schon lange einen Hund (und seine Kinder lieben Shiva abgöttisch). Er würde sie sicher zu sich nehmen.
    Aber schriftlich festgehalten habe ich nichts. Das einzige, was ich geregelt habe, sind zwei Lebensversicherungen, die entweder in Rente übergehen oder im Todesfall meinen beiden Patenkindern zugute kommen und diese beiden sind eben die Kinder meines älteren Bruders.
    Vielleicht sollte ich es doch mal schriftlich regeln. Einfach für alle Fälle… nicht, dass dann mein kleines Wuschelmädchen einsam und alleine mit ihrem Stoffschaf da sitzt.

    LG
    Sandra & Shiva Wuschelmädchen

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hi Sandra!

      Schön, dass deine Familie so offen dem gegenüber ist. Mir ist es lieber, wenn es auch offiziell ist, damit es nachher nicht irgendwie im Streit endet. Kann ja auch ein Problem sein, wenn mehrere Parteien den Hund nehmen möchten.

      So weiß jeder, was zu tun ist.

      Außerdem kann niemand sagen, wie seine Situation in 5 oder 10 Jahren aussieht, ob einem die Aufnahme dann noch möglich ist.

      LG Kellie

      Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Hallo Jenny!

      Freut mich sehr, dass du auch ein Fan dieser tollen Rasse bist. Gerne kannst Du mir hier oder auch auf Facebook folgen. So verpasst du keinen meiner informativen und unterhaltsamen Artikel über Yorkies.

      Falls du Lust hast, meinen Blog vorzustellen, darfst du dies gerne tun.

      LG Kellie

      Antworten
  4. Julia S.
    Julia S. says:

    Wow, ich muss gestehen, das ist ein Thema, mit dem habe ich mich noch gar nicht auseinandergsetzt. Dein Artikelt regt aber sehr zum drüber Nachdenken an. also, ich werde mich auf jeden Fall mal etwas mehr drüber belesen, vielen Dank!
    Liebe Grüße, Jack, Jessy & Julia xx

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  1. […] kurzem hatte ich Euch ja bereits von der Möglichkeit eines Testaments zugungsten Eures Vierbeiners berichtet, um diesen im Falle eines Falles abgesichert zu […]

  2. […] kurzem hatte ich Euch ja bereits von der Möglichkeit eines Testaments zugungsten Eures Vierbeiners berichtet, um diesen im Falle eines Falles abgesichert zu […]

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