Mit allen Sinnen Hörsinn - der 1te Sinn

Mit allen Sinnen: Hörsinn – der 1.te Sinn

Genau wie wir Menschen besitzen unsere Hunde fünf Sinne: Hören, Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen.

Doch sind sie auch genauso ausgeprägt wie bei uns? Dass Hunde um Längen besser riechen können als wir ist bekannt. Wie sieht es jedoch mit dem Sehen aus oder dem Schmecken?

Ich habe mich auf Spurensuche begeben und mal geschaut, wie die Sinne unserer Fellnasen eigentlich so funktionieren.

Der 1.te Sinn: Hören!

Das Ohr des Hundes ist hoch entwickelt.

Yorkshire Terrier mit StehohrenEs ist uns um einiges voraus. Während ein Mensch alles zwischen 20–20.000 Hz (Hertz) wahrnehmen kann, ist es beim Hund alles zwischen 15–50.000 Hz. Manche Quellen nennen sogar bis 100.000 Hz im Frequenzbereich. Die maximale Empfindlichkeit liegt bei uns im Bereich zwischen 2000 und 4000 Hz, beim Hund bei 8000 Hz.

Ab 21 kHz befinden wir uns übrigens im Ultraschallbereich. Somit hört unser Vierbeiner nicht nur ein Eichhörnchen husten, sondern nimmt teilweise sogar noch Frequenzen war, auf denen sich Fledermäuse verständigen. Wahnsinn, oder?

Natürlich ist der Bereich, den wir hören können von verschiedenen Faktoren wie Geschlecht, Alter und Beruf abhängig. Bereits im Teenager-Alter können die meisten Menschen alles über 15.000 Hz nicht mehr hören. Ich habe mal mein Gehör getestet. Falls Ihr das mal ausprobieren wollt, könnt Ihr das mit diesem Online-Hörtest machen.  Mein Frequenzbereich liegt zwischen 20-15.000 Hz. Das ist für mein Alter sogar richtig gut.

Gegen unsere 3 Yorkies komme ich damit aber nicht im Geringsten an. Bei den tiefen Tönen sind wir noch ungefähr Hunde hören im Ultraschallbereichgleichauf, im hohen Frequenzbereich habe ich keine Chance. Da ist es wohl kein Wunder, dass man manchmal denkt, die Hunde hätten einen Geist gesehen. Ist Euch das auch schon mal passiert?

In meiner alten Wohnung gab es eine Zeit, in der Kimi abends mit gespitzten Ohren angespannt auf dem Sofa saß und über eine Stunde die leere Wand neben der Haustür angestarrt hat. Ich konnte ihn nicht davon abhalten oder ablenken. Am Anfang habe ich noch gedacht, der spinnt. Spätestens nach zwei Wochen wird man leicht paranoid und es überkommt einen das Gefühl als würde er etwas wahrnehmen, was wir nicht sehen können. Ich war schon so weit, dass ich gedacht habe, wir hätten einen Geist in der Wohnung.

Bis meine Nachbarin mir berichtete, dass die Katze meiner Vermieter irgendwie nicht richtig mit umgezogen ist und wohl vor kurzem einen Weg gefunden hat, sich abends ins Haus zu schleichen und es sich auf dem alten Sofa gemütlich zu machen. Und dieses Sofa stand genau gegenüber von meiner Wohnung!

Er hatte also nur die Katze gehört. Und da er Katzen nicht besonders mag und ihnen besonders gerne hinterher jagt, hatte er so angespannt die Wand angestarrt, hinter der sie lag. Und ich dachte schon, ich wäre reif für die Klapse 😉

Die dreidimensionale Ortung

Viele Rassen besitzen noch immer die Grundform des Hundeohres: Das Stehohr. Meistens sind diese größer als unsere und ermöglichen dem Vierbeiner, Geräuschquellen dreidimensional zu orten. Mit Hilfe vieler Muskeln kann er seine Ohren in sehr viele verschiedene Richtungen bewegen und verschafft sich so einen riesigenVorsprung im Vergleich zu unseren sehr unflexiblen Ohren.

Natürlich sind die Hundeohren nicht nur für die Hörfähigkeit, sondern auch als Signalgeber für die optische Kommunikation wichtig. Mit Yorkshire Terrier Unsichernach hinten gelegten Ohren signalisieren sie Unsicherheit oder Angst. Komplett nach vorne gerichtet werden sie bei Aufmerksamkeit oder auch Anspannung.

Daher auch das Sprichwort „Die Ohren spitzen“, also aufmerksam zuhören. Ich habe da übrigens noch eine Theorie: Habt Ihr schonmal die Ohren eines Rüden beobachtet wenn er „spitz“ ist? Unsere beiden stellen ihre Stehöhrchen seitlich komplett auf, sodass sich die Spitzen über dem Kopf berühren. Noch „spitzer“ geht es kaum lol

Stehohr gegen Schlappohr

Neben den klassischen Stehohren sind im Laufe der Zeit noch viele andere Ohrarten und Stellungen entstanden, allem voran die Schlappohren. Wie bei uns dient die Ohrmuschel als Schallfänger, der die Schallwellen an das Trommelfell weiterleitet. Und so schlägt sich die Stellung des Hundeohres auf das Hör- und Kommunikationvermögen nieder. Hier dürften Rassen mit Stehohren den schlappohrigen überlegen sein!

Hunderassen mit Schlappohren sind übrigens anfälliger für Entzündungen im äußeren Gehörgang, da die Ohren schlechter belüftet werden als bei Hunden mit Stehohren. Dadurch sammeln sich vermehrt Keime im Ohr. Zur Vermeidung sollte man die Ohren regelmäßig kontrollieren und „lüften“.

Übrigens!

Wusstet Ihr, dass die Ohren Eures Hundes sozusagen auf “Sparflamme” laufen, wenn er einen seiner anderen Sinne wie z.B. seine Nase intensiv benutzt? Wundert Euch also nicht, dass er nicht kommt, wenn Ihr ihn in diesen Momenten ruft: Er kann euch in nämlich gar nicht hören!

Na gut, manchmal tut er vielleicht auch nur so 😉

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