Blanket's DLA-Haplotypenbestimmung durch Feragen

Blanket’s DLA-Haplotypenbestimmung durch das Feragen Labor

Als Züchter wünscht man sich nur eins: Gesunde Welpen, die ein langes, glückliches Leben haben. Man leidet immer mit, wenn eine Fellnase krank wird. Vor allem, wenn es sich um etwas Dauerhaftes handelt, wie eine Autoimmunkrankheit.

Das gemeine an diesen Erkrankungen ist: Man sieht es keinem Hund an. Denn meist tragen diese nur eine genetische Veranlagung in sich, die sie weitervererben können, ohne daran selbst zu erkranken.

Was also tun?

Genetische Vielfalt für ein gesundes Hundeleben

Um das Risiko für die Welpen möglichst gering zu halten, ist eine genetische Vielfalt innerhalb einer Rasse daher äußerst wichtig. Ist diese nicht gegeben, ist die Chance, dass Welpen an bestimmten rassetypischen Immunkrankheiten leiden logischerweise sehr hoch.

Deckruede Yorkshire Terrier Biewer BlanketDas haben auch die meisten Zuchtverbände inzwischen erkannt und schreiben bestimmte DNA-Tests für Zuchthunde vor.

Unser Blanket ist ja im IBC (Internationaler Biewer Club) als Deckrüde registriert. Dieser verpflichtet seine Mitglieder bisher nicht zu DNA-Tests, jedoch wollten wir es genauer wissen: Hat Blanket die genetische Veranlagung für gewisse Autoimmunkrankheiten und kann er diese weitervererben?

Daher haben wir bei ihm eine DLA – Haplotypenbestimmung im Labor für genetische Veterinärdiagnostik der Firma Feragen machen lassen.

Ich sehe das große Fragezeichen förmlich in Euren Gesichtern. Keine Sorge, so ging es uns am Anfang auch. Ich habe zwar beim Thema Genetik im Biologie-Unterricht recht gut aufgepasst und erinnere mich noch an die Mendelschen Gesetze, für ein Bio-Studium hat es aber trotzdem nicht gereicht.

Zum Glück hat sich die Leiterin des Labors, Frau Dr. Anja Geretschläger, die Zeit genommen, mir die Grundlagen der Haplotypen sowie die Testergebnisse für Blanket zu erklären. Dies möchte ich nun in möglichst einfachen Worten an Euch weitergeben.

Das Problem der selektiven Zucht

Krankheiten wie Diabetes, Schilddrüsenfunktionsstörungen, Allergien usw. waren lange Zeit Erkrankungen, an denen wir Menschen leiden. Leider stellen derartige Erkrankungen inzwischen ein ernstzunehmendes Problem auch unter Rassehunden dar.

Grund hierfür ist die sogenannte selektive Zucht. Die meisten Rassehunde sind aus wenigen ursprünglichen deux terrier du yorkshire se reniflant l'un l'autre - rencontreHunden entstanden. Und auch in der modernen Hundezucht sind Verpaarungen trotz enger Verwandtschaft nicht unüblich oder es werden gewisse Zuchttiere überdurchschnittlich oft herangezogen, um gewisse rassetypische Merkmale wie Körpergröße oder -form, Fellfarben oder auch Verhalten aufrecht zu erhalten.

Die Überpräsenz mancher Zuchtrüden, oftmals mehrfache Ausstellungs-Champions, kann dazu führen, dass zwar gewünschte phänotypische Eigenschaften wie Körpergröße oder -form, Fellfarben oder Verhalten aufrechterhalten oder optimiert werden. Jedoch verkleinert es die genetische Vielfalt innerhalb der Rasse erheblich.

Die Folge ist ein deutlich erhöhtes Risiko der Nachkommen, an genetisch bedingten Immunkrankheiten zu leiden. Wie bereits erwähnt, haben viele Züchter dieses Risiko inzwischen erkannt und lassen ihre Hunde genetisch testen.

DLA (Dog Leukocyte Antigen) – Haplotypen

Machen wir einen kleinen Ausflug in die Welt der Genetik. Leider kann ich Euch hier Fachbegriffe nicht ersparen. Und statt zu versuchen, das Rad neu zu erfinden, lasse ich hier  Dr. Geretschläger von Feragen, sowie Mag. art. Kerstin Piribauer Förderverein für wissenschaftliche Hundeforschung e.V. zu Wort kommen:

„Die DLA-Gene (Dog Leucocyte Antigen) sind Teil einer Gruppe von Genen, die für das Funktionieren des Immunsystems verantwortlich sind. Damit das körpereigene Abwehrsystem effektiv arbeiten kann, ist es von herausragender Bedeutung, dass die dafür verantwortlichen Zellen genau zwischen körpereigenen und fremden Proteinen unterscheiden können, denn jede Zelle, die sich nicht als normal, gesund und körpereigen ausweisen kann, sollte ins Visier des Immunsystems geraten. Zu diesem Zweck trägt jede physiologische Körperzelle eine für das betreffende Individuum charakteristische Signatur bestimmter Proteine auf ihrer Oberfläche, sozusagen einen molekularen Stempel, für den die Gene des sogenannten HauptHistokompatibilitäts-Komplexes, kurz MHC (Major Histocompitibility Complex) verantwortlich sind.

Von den insgesamt drei MHC-Klassen umfasst jede Klasse bestimmte Gene, die unterschiedliche Aufgaben im Immunsystem übernehmen. Das Hauptaugenmerk der Salzburger Forschung liegt auf der MHC-Klasse II, zu denen die drei DLA-Gene DLA-DRB1, DLA-DQA1 und DLA-DQB1 gehören, die auch in diesen festen Dreierkonstellationen, den sogenannten Haplotypen, gemeinsam von den Eltern an die Nachkommen weitergegeben werden.

Die Produkte dieser DLA-Gene greifen zu einem sehr frühen Zeitpunkt der Abwehrreaktion des Immunsystems den Krankheitserreger an: Die DLA-Gene stellen den Bauplan der MHC II-Rezeptoren auf der Oberfläche antigenpräsentierender Zellen dar, deren Aufgabe darin besteht, den anderen Zellen des Immunsystems, beispielsweise den T-Lymphozyten, Bestandteile von eingedrungenen Bakterien oder Viren, körperfremden Substanzen oder fehlerhaft produzierte Zellen, zu präsentieren. Mit diesem physiologischen Prozess werden alle Ebenen des Immunsystems aktiviert, um die Eindringlinge oder auch defekte und damit potentielle Tumorzellen zu zerstören und für den Organismus unschädlich zu machen.“

DNA StrangNoch Fragen? 😉

Vereinfacht ausgedrückt geht es um die Vielfalt der Haplotypen in den drei DLA-Genen DLA-DRB1, DLA-DQA1 und DLA-DQB1 . Insgesamt sind eigentlich mehr als 300 unterschiedliche Haplotypen beim Hund bekannt.

Aufgrund der oben genannten selektiven Zucht sind aber inzwischen bei den meisten Hunderassen nur noch ungefähr 5 verschiedene pro Rasse übrig geblieben. Davon einer mit einer besonders hohen Häufigkeit von 50 – 70 %, zwei weitere mit ca. 20 % und ein bis zwei weitere mit nur 1 – 5 %.

Ich denke, man erkennt das Problem, auch ohne sich näher mit der Thematik zu beschäftigen: Die Chance, dass sowohl die Zuchthündin als auch der Deckrüde die gleichen Haplotypen und Allele an die Welpen vererbt, ist sehr hoch.

Heterozygot oder homozygot – das ist hier die Frage

Jeder Welpe bekommt diese zur Hälfte von der Mutter und dem Vater. Ob dieser Welpe nun anfällig für bestimmte Autoimmunkrankheiten ist, hängt davon ab, ob die Eltern  eine genetische Disposition für solche Erkrankungen tragen. Bei machen dieser Haplotypen reicht es aus, wenn er einmal (heterozygot) vorliegt um ein Autoimmunerkrankung zu begünstigen, während andere Krankheiten zwei dieser Haplotypen (homozygot) benötigen. Das gemeine an immunologischen Problemen besteht darin, dass zusätzlich zur genetischen Veranlagung auch Umweltfaktoren für den tatsächlichen Ausbruch notwendig sind. Solche Faktoren können Stress, Infektionen aber auch Impfungen sein. So gibt es Hunde die zwar die gleiche genetische Veranlagung haben, aber nicht alle erkranken. Soll noch einer sagen, dass uns die Umwelt nicht beeinflusst.Black and tan Yorkshire Terrier Welpe mit Mama

Für die Zucht bedeutet dies, dass man möglichst  heterozygote Hunde möchte, um das Risiko von Immunkrankheiten gering zu halten. Dadurch hat der Hund zwei verschiedene Haplotypen und eine größtmögliche genetische Vielfalt in den DLA-Genen. Trägt ein Hund nun einen Risikohaplotypen, also solche Gene die eine bestimmte Autoimmunerkrankung begünstigen können, ist es besonders wichtig, dass der Risikohaplotyp nicht homozygot (zweimal) vorliegt. Daher macht es Sinn, dass die zukünftigen Eltern vor einer Verpaarung getestet werden, um herausfinden zu können, welche Haplotypen in den Nachkommen entstehen können.

Unser Testergebnis

Was also hat Blanket’s DLA-Haplotypenbestimmung ergeben? Knapp drei Wochen nach dem Einsenden seiner Mundschleimhaut-Probe (wie Ihr seht, war Blanket begeistert ;-)) hielten wir endlich das Ergebnis in Händen.

Mundschleimhautprobe beim HundZum besseren Verständnis könnt Ihr euch dies hier aufrufen.

Blanket’s genetische Bestimmung der DLA-Gene hat ergeben, dass er zwei unterschiedliche Genkombinationen aufweist, also jeweils halb von der Mutter und dem Vater (Haplotyp 1 und 2). Da diese unterschiedlich sind ist er somit heterozygot, also mischerbig, und besitzt die größtmögliche genetische Vielfalt in den analysierten DLA-Genen. SUPER!!!

Das Ergebnis hat auch ergeben, dass Blanket durch das Vorhandensein der Genkombination DLA-DRB1 002:01/DLA-DQA 009:01/DLA-DQB1 001:01 ein um den Faktor 1.5 erhöhtes Risiko für Caniner Diabetes Mellitus trägt, also Zuckerkrankheit, und diese genetische Veranlagung auch an Nachkommen weitergeben kann. Außerdem ein um den Faktor 2.4 erhöhtes Risiko für Canine Polyarthritis, also Arthritis.

Als heterozygoter (mischerbiger) Yorkshire Terrier hat er eine Anfälligkeit für die Ausbildung von Krankheiten (genetische Disposition). Darum ist es besonders wichtig darauf zu achten, dass die Nachkommen von Blanket von der Mutter nicht auch diese genetische Disposition erhalten. So wird die genetische Vielfalt in den DLA-Genen hoch gehalten und Blankets Nachwuchs hat ein Maximum an genetischer Vielfalt in diesen wichtigen Immungenen. Genetische Vielfalt, egal ob in den DLA-Genen oder der restlichen DNA von unseren Hunden ist eine Grundvoraussetzung für evolutionären Erfolg und eine Anpassungsfähigkeit an sich verändernde Umweltbedingungen oder neue Parasiten.

Um dieses leicht erhöhte Risiko der Vererbung zu minimieren und einem Wurf Welpen einen gesunden Start ins DLA-Haplotypenbestimmung beim YorkieLeben zu ermöglichen, sollten wir also darauf achten, eine Zuchthündin auszuwählen,  die andere Genkombinationen wie Blanket hat. Oder aber ebenfalls heterozygot,  mit anderen Genkombination ist.

Natürlich sind wir sehr glücklich, dass unser Deckrüde Blanket zwei unterschiedliche Genkombinationen und somit die größtmögliche genetische Vielfalt in den DLA-Genen aufweist.

Die Genetik ist wirklich ein sehr spannendes Thema, mit dem man sich oft leider viel zu wenig beschäftigt. Gerade in der Zucht spielt diese eine große Rolle. Aber auch für alle anderen Hundehalter ist eine Bestimmung der DLA-Haplotypen zur Bestimmung möglicher rassespezifischer und rasseübergreifender Autoimmunkrankheiten sicher interessant. So bietet das Ergebnis die Chance, durch die Ernährung, Stressvermeidung und optimales Impfmanagement, einem möglichen Ausbruch von Erkrankungen zu verhindern.

Testet Euren Vierbeiner: 15 % Rabatt auf die DLA-Haplotypenbestimmung

Wir sind wirklich sehr froh, dass wir die DLA-Haplotypenbestimmung im Labor für genetische Veterinärdiagnostik der Firma Feragen* machen lassen haben. Wir wissen nun, dass Blanket zwar Allele für Erkrankungen in sich trägt, er aber an diesen nicht erkranken wird und wir seine Gesundheit positiv beeinflussen können.

Auch haben wir Gewissheit, dass er bei einer Verpaarung mit der richtigen Hündin auch gesunde Welpen zeugen wird. Das beides ist für uns sehr wichtig.

Egal, ob Ihr züchtet oder nicht: Wir können Euch einen DNA-Test nur ans Herz legen.

Wenn Ihr jetzt neugierig geworden seid, habe ich eine gute Nachricht für Euch:

Exklusiv über den Yorkshire Terrier Blog bekommt Ihr nun 15 % Rabatt auf die DLA-Haplotypenbestimmung im Labor für genetische Veterinärdiagnostik der Firma FERAGEN.

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Hierzu bestellt Ihr im Online-Shop von FERAGEN den Test und gebt während des Bestellprozesses den folgenden Rabattcode ein:

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Übrigens: Ihr habt einen Mischling und wolltet immer schon mal wissen, was eigentlich in Eurem Vierbeiner drin steckt? Dann schaut Euch mal die Rassebestimmung von Feragen an. Diese gibt es derzeit zu einem Sonderpreis 😉

Mich interessiert Eure Meinung zu solchen DNA-Tests. Habt Ihr Euren Vierbeiner schon testen lassen oder haltet Ihr grundsätzlich nichts davon?

+++Der Test wurde uns von der Firma Feragen kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt.+++

1 Antwort

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  1. […] Feragen macht übrigens nicht nur Rassebestimmungen, sondern auch die DLA – Haplotypenbestimmung. Diese ist interessant für Züchter, denn dabei geht es um das Nachweisen von genetischen Veranlagungen für Autoimmunkrankheiten. Kelly von Yorkshire Terrier Blog hat diesen Test mit Blanket gemacht, wenn euch das interessiert, solltet ihr dort mal vorbei schauen. Zu dem Artikel geht es hier. […]

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