Urlaub mit Hund Willingen Mühlenkopfschanze 2016

Urlaub mit Hund: Willingen, Sauerland 2016

Den ersten Teil unseres spontanen Winterurlaubs im Sauerland, genauer gesagt Winterberg, habt Ihr sicherlich bereits gelesen.

Nun ist es Zeit, über unseren Ausflug zur Mühlenkopfschanze in Willingen zu berichten. Auch hier lag noch eine Menge Schnee. Und das nicht nur, weil sich erst vor 14 Tagen genau hier einige mutige Männer 150 Meter weit in die Tiefe gestürzt haben.

Ich selber bin bereits großer Skisprungfan seit ich denken kann. Oder vielleicht auch schon länger. Wie ich Euch erzählt hatte, sind bereits meine Großeltern jedes Jahr nach Willingen in den Urlaub gefahren.

Diese tolle Tradition hat sich durch meine komplette Familie gezogen. Auch meine anderen Verwandten zieht es regelmäßig hierher. Es gibt unzählige Kinderfotos von mir: Vor der Schanze, neben der Schanze und sogar darauf. Damals noch mit der alten Schanze und der neuen im Rohbau.

Auch heute noch fasziniert mich alles rund ums Skispringen. Ich habe es sogar selbst mal probiert. An einer Kinderschanze. Höhe? 2 Meter! Und es hat mich im hohen Bogen in den Schnee gehauen. Wohl auch, weil ich noch nie Ski gefahren bin lol

Aber gut, überlassen wir das den Profis und erfreuen uns an der unglaublichen Aussicht und dem Mut, den diese Sportler jedesmal aufbringen. Noch heute spüre ich noch die Stimmung und das Hochgefühl, dass ich fühlte, als Sven Hannawald eine Woche nach seinem historischen Tourneesieg 2002 hier auf der Mühlenkopfschanze vor meinen Augen den Sieg holte.

Ja, ich schweife ab, aber es war ein wunderschöner Tag und die Atmosphäre unbeschreiblich. Genauso fühlte ich mich, als ich letzte Woche wieder an diesem Ort war. Auch, wenn das Wetter diesmal nicht so gnädig war. Immer wieder regnete es leider.

Daher haben wir uns erstmal zu einem leckeren Mittagessen im „Café Aufwind“ direkt an der Schanze eingefunden. Zum Glück hatten wir vorher einen Tisch reserviert, denn es war rappelvoll. Wundert mich aber gar nicht, denn erstens war Wochenende und zweitens ist das Essen grandios.

Und das zu äußerst humanen Preisen. Meine „Anfahrtshocke“ (Ofenkartoffel mit geräuchertem Lachs) kostete gerade mal 8,50 €. Mathias‘ „Telemark“ (Zigenuerschnitzel mit Pommes und Salat) auch nur 11,90 €. Und dafür gab’s echt große Portionen und wahnsinnig netten Service.

Trotz des vollen Hauses brachte man unserer Amy ohne Nachfrage einen Wassernapf. Noch schöner fand sie wohl nur, dass sie mal vom Lachs naschen durfte 😉

Nach der Stärkung war es Zeit uns die größte Großschanze der Welt von oben anzuschauen. Und zwar direkt vom „Ufo“ aus. So heißt der Aufwärmraum für die Springer am Schanzenkopf. Bedeutete mehr als 800 Stufen und knapp 80 Höhenmeter. Und das zu Fuß, denn… der Lift war defekt.

Da mussten wir dann wohl durch. Dafür waren wir schließlich hergekommen. Also hieß es warm anziehen und auf ging’s. Die ersten 50 Meter, vorbei an den Zuschauertribünen, gingen noch einigermaßen und die Motivation war hoch. Doch mit jeder weiteren Stufe wuchs die Anstrengung. Zumindest bei uns Zweibeinern.

Unserer kleine Amy schien das Ganze nicht im Geringsten irgendetwas auszumachen. Die hüpfte munter die Stufen rauf und runter und wieder rauf und wieder runter. Mal zu mir, mal zum Herrchen. Getragen werden wollte sie auf keinen Fall. Bei ihrer Größe wäre das ja durchaus möglich gewesen. Aber nichts da: Die Chefin läuft selbst! Verrücktes Huhn…

Am Schanzentisch angekommen war es erstmal Zeit für eine kleine Pause und den Blick auf die Anlage. Wirklich atemberaubend! Auch wenn so langsam der berühmt-berüchtigte Willinger Nebel auf der Anlage Einzug hielt, war es mal wieder ein unglaublicher Anblick. Ich frage mich immer wieder, wer sich da freiwillig runterstürzt.

Mein Göttergatte erklomm mit Amy sogar die Tischkante. Und das, obwohl es beiden nicht so richtig geheuer war. Aber ein Beweisfoto mußte sein 😉 Ich habe es mir mit unserer Dame dann lieber auf dem neuen Trainerturm gemütlich gemacht.

Und dann ging’s weiter. Einige Meter hatten wir schließlich noch vor uns. Und die waren hart erkämpft, zumindest von uns. Amy zeigte immer noch keinerlei Anzeichen von Müdigkeit, sondern stampfte Schwänzchen-wedelnd durch den Schnee. Wir waren inzwischen völlig fertig und mehr als happy, als wir den Turm erreicht hatten. Wir hatten immerhin mehr als 1 Stunde gebraucht.

Und dann standen wir da einsam und verlassen. Was uns nämlich unten niemand gesagt hatte, und was unglaublicherweise auch nirgendwo gestanden hatte, dass man 2,-€ Kleingeld in einen Automaten am Turm einwerfen muß, um überhaupt raufzukommen. Und da der Lift ja defekt war, hatte auch die Kasse nicht geöffnet.

Große Erleichterung folgte nach dem Blick in die Geldbörse. Wir hatten doch tatsächlich 6,- € in Münzen dabei. Genug für uns und den zwei Jungs, die mit uns oben standen, aber nur 2,- € dabei hatten. Und so haben wir auch noch ein gutes Werk getan und ihnen das Geld beschenkt.

Belohnt wurden wir oben mit einem fantastischen Blick auf die Schanze und den Auslauf. Zumindest für mich. Obwohl Mathias und ich ja bereits seit 5 Jahren zusammen sind, hatte ich eine Ahnung, dass er Höhenangst hat. Etwas schlotternd stand er so mit dem Rücken am „Ufo“ und hat ein paar süße Bilder von Amy und mit gemacht. Tauschen wollte er dann doch nicht 😉

Kann ich gar nicht verstehen. Ich fand es einfach toll da oben. Mich würde es nicht mal stören, wenn es dort kein Geländer gäbe und würde mich wahnsinnig gerne mal auf den „Balken“ setzen. Also den Punkt, an dem die Springer dann tatsächlich loslassen und sich runterstürzen. Beim nächsten Besuch müssen wir auf jeden Fall eine Führung buchen. Dann darf man dort sogar Platz nehmen.

Übrigens auch, wenn man an der Schanze heiraten möchte. Man gibt sich auf dem „Balken“ das Ja-Wort. Das fände ich mal so richtig geil. Allerdings würde mein Bräutigam dann wohl vorher kalte Füße bekommen und das Weite suchen lol

Apropos Weite: Wir mussten ja den ganzen Weg auch noch wieder runter. Das war unseren tapferen Amy dann doch nicht so richtig geheuer und so durfte sie sich in Mathias‘ Arm kuscheln. Gott sei Dank war der Abstieg nicht mal halb so anstrengen wie der Aufstieg. Trotzdem haben wir beschlossen, dass wir uns für die Anstrengung noch einen kleinen Nachtisch im Café Aufwind verdient hatten.

Die köstlichen Waffeln und heißen Schokoladen mit Sahne waren dann wirklich ein Genuss. Nachdem wir uns wieder aufgewärmt, sind wir dann noch zu einem kleinem Spaziergang rund um die Schanzenanlage aufgebrochen. Hier waren sehr viele Hundehalter mit ihren Vierbeinern unterwegs und auch einige Langläufer kreuzten unseren Weg. Die Landschaft war wirklich wunderschön.

Wenn Ihr mal mit Eurer Fellnase im Sauerland seid, dann besucht doch mal die Mühlenkopfschanze und die Umgebung. Zwei- und Vierbeiner fühlen sich hier auf jeden Fall pudelwohl. Für den Aufstieg solltet Ihr aber einigermaßen höhenfest sein.

Oder aber Ihr kommt gleich zum nächsten Skispringen. Dann zwar ohne Hund, dafür aber mit 35.000 verrückten Menschen. Das muss man mal erlebt haben 😉

Und falls Ihr in Willingen eine Übernachtung mit Hund sucht, dann kann ich Euch das Wellness-Hotel Bürgerstuben empfehlen. Hier sind auch Vierbeiner gern gesehene Gäste.

Wir wünschen Euch viel Spaß in Willingen und bis bald!

2 Antworten
  1. Andrea
    Andrea says:

    Wow, die Aussicht vom Balkon aus ist grandios. Zumindest, wenn man wieder die sicheren Stufen bemühen kann, um nach unten zu gelangen. Da wären wir gerne mit Euch nach oben gestapft – schnauf… 😉

    LG Andrea und Linda

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    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Wahnsinn, oder? Auch wenns schon etwas nebelig wurde.

      Ihr könnt gerne mal mitkommen. Aber ich warne euch vor: Es ist sehr anstrengend 😉 Dann vielleicht doch lieber mit Lift?

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