Meine Welpenzeit - aus der Sicht eines Yorkies

Meine Welpenzeit – aus der Sicht eines Yorkies

Den Spruch kennt Ihr doch auch: „Früher war alles besser“!

Am Anfang war da das Frauchen und ich, Yorkie-Rüde Kimi. Wir waren ein unschlagbares Team und das Leben war toll. Ich musste weder meine „Mama“, noch Körbchen, Bällchen oder Leckerchen teilen.

Wie toll meine Welpen- und Jugendzeit war, das möchte ich Euch heute mal selbst erzählen…

Liebe auf den zweiten Blick

Kennengelernt habe ich meine „Menschen-Mama“, da war ich noch ganz klein, gerade mal 5 WochenKimi Welpe 1 alt war ich da. Eines Tages stand sie vor mir und meinen zwei Brüdern. Die Freude auf beiden Seiten war riesengroß.

Ich konnte es kaum erwarten, dass sie mich auf den Arm nahm und mir das kleine, pelzige Bäuchlein kraulte. Und was tat sie dann? Sie setzte mich wieder in den Welpenauslauf und nahm meinen kleinen Bruder hoch.

Wie konnte sie nur? Ich war doch viel niedlicher als er. Und ich wußte doch schon, dass irgendwas nicht mit ihm stimmte. Immer, wenn wir bei unserer Hundemama tranken, dann kam die leckere Milch aus seiner Nase. So eine Verschwendung. Na ja, gut, er konnte ja nichts dafür. Er hatte es nicht leicht, denn er wurde mit einer Gaumenspalte geboren.

Immer wieder musste der deswegen zum Onkel Doktor. Und eines Tages kam er von dort nicht mehr wieder. Ich habe das damals nicht verstanden, aber meine Mama hat mir gesagt, dass er über die Regenbogenbrücke gegangen ist.

Die war auch erst traurig als sie das nächste Mal zu Besuch kam. Aber nun bekam ich die ganze Aufmerksamkeit. War das schön. Von da an kam sie jede Woche und spielte mit mir und hat mich gekrault und geknuddelt. Leider ging sie aber abends wieder weg, das war echt doof.

Welpenabholtag

Doch dann passierte eines schönen Tages etwas ganz besonderes: Ich durfte mit in ihr Auto steigen! Zugegeben, ein wenig mulmig war mir schon so ganz alleine, ohne meine Hundemama und meinem Bruder und geschaukelt hat es auch ganz schön. Vor Aufregung habe ich sogar in meine Tasche gepieselt, aber das war echt ein Versehen und ist nie wieder vorgekommen.

Kimi WMZum Glück war die Fahrt recht schnell vorbei und ich durfte auch die Box verlassen. Das war vielleicht spannend. Alles sah so anders aus und roch gar nicht wie zuhause. Da standen zwar auch Körbchen und Näpfe, aber außer mir und Frauchen war da niemand. Ich habe extra überall nachgeschaut, aber nein, wir waren alleine.

Konnte das sein, dass das so bleibt? Dass das alles mir alleine gehört? Drei Körbchen, massenhaft Bällchen und Kauknochen? Alles meins? Das musste das Paradies sein. Gerade angekommen habe ich erstmal alles davon ausprobiert und mein neues Zuhause eingeweiht. Die Küche, das Wohnzimmer, mein Bettchen und den Teppich.

Ich dachte, das gehört sich schließlich so. Meine neue Mama hat nichts gesagt. Warum sie mich dann immer auf den Arm genommen hat und mit mir die Treppe aus dem zweiten Stock auf den Rasen vorm Haus getragen hat, habe ich die ersten Monate echt nicht verstanden.

Besser spät als nie

Was sollte ich da? Wir haben doch eh nur blöd rumgestanden. Manchmal stundenlang. Komische Zweibeiner. Heute weiß ich, dass ich auf dem kitzeligen, grünen Zeugs Pipi machen sollte. Ich hab Kimi Welpe Schneehalt etwas länger gebraucht, bis ich das verstanden habe. Meiner Meinung nach sind 7 Monate doch echt ok, oder? Drinnen ist es eben viiiiiel kuscheliger.

Dafür habe ich ganz schnell viele andere tolle Sachen gelernt. Meine Mama hat das immer ganz stolz jedem erzählt, was ich schon so kann. Sitz, Platz, Pfötchen geben, an der Leine und bei Fuß laufen, all das konnte ich schon mit 12 Wochen.

Jeden Samstag morgen hat sie mich übrigens in die Schule geschleift. Morgens um 9 Uhr. So gar nicht meine Uhrzeit. Da waren viele andere Vierbeiner in meinem Alter, aber die waren total blöd und viiiiel größer als ich. Immer haben die mich nur umgerannt und wenn die lernen sollten, dann haben sie nicht aufgepasst.

Nennt mich Einstein

Dabei habe ich es ihnen immer in der Mitte vorgemacht, aber geholfen hat es nicht. Manche haben sogar so lange gebraucht, dass ich in der Zwischenzeit erstmal ein Nickerchen gemacht habe. Vielleicht war ich aber auch einfach schlauer als die „Großen“. Zum Glück hat meine Mama das auch schnell gemerkt und nach 5 Stunden durfte ich dann Samstags wieder ausschlafen.

Ich fand es immer total schön, wenn ich den ganzen Tag mit der Mama verbringen konnte. Manchmal haben wir einfach nur faul auf dem Sofa gekuschelt, manchmal haben wir die große, weite Welt erkundet und manchmal haben wir stundenlang Bällchen gespielt.

Natürlich ging das nicht jeden Tag, auch, wenn ich mir das sehr gewünscht hätte. Aber schließlich muss ja einer das Futter und Spielzeug auch bezahlen. Und da ich noch zu klein war, hat Mama das gemacht.

Crazy In Love

Shiva 12.05.2011

Shiva’s letzter Tag am 12.05.2011

Morgens hat sie mich dann immer zu meiner ersten großen Liebe gebracht: Shiva! Sie war riesengroß und pelzig und auch schon alt, aber das hat mich gar nicht gestört. Ich habe mich sofort in sie verliebt. Auch, weil sie mich immer beschützt hat.

Shiva war übrigens die Schäferhund-Mischlingsdame von Mama’s bestem Freund Marcel und wohnte ganz in der Nähe. Jeden morgen hat sie mich dahin gefahren und nachmittags wieder abgeholt. Da habe ich mich immer total gefreut.

Traurig war ich nur, als ich eines Tages morgens bei Shiva ankam und sie nicht finden konnte. Ich habe überall gesucht, aber sie war nicht zu finden. Auch nicht am nächsten Tag oder am Tag danach. Mama hat mir dann erklärt, dass sie jetzt zusammen mit meinem kleinen Bruder im Himmel Häschen jagt. Das fand ich schön und nach ein paar Tagen war ich so auch schon wieder happy.

Ich habe sie aber bis heute nicht vergessen. Schließlich hat sie mir alles beigebracht, was ein Hündchen wissen muss. Und immer, wenn ich heutzutage den Namen Shiva höre, dann schaue ich mich um, in der Hoffnung, dass sie dort steht.

Da war ich übrigens schon 2 Jahre alt und damit erwachsen. Inzwischen machte es mir auch nicht mehr sooo viel aus, dass Mama tagsüber nicht bei war. Schließlich durfte ich immer noch zu meinem „Kindermädchen“ Marcel. Und das hat so viel Spaß gemacht, dass ich gar nicht so viel daran denken musste, wann die Mama endlich wiederkommt.

Der hat immer gaaaanz viel mit mir gespielt.

Und wenn Marcel nicht da war, dann blieb der komische Typ bei mir, der jetzt ständig bei uns zuhause rumhing. Ihr ahnt es schon: Mathias. Inzwischen mein neuer Papa. Ihr merkt es wohl schon… ich fand den doof!

Meine Mama ist die Beste

Immer wollte der jetzt mit der Mama kuscheln oder mit ihr weggehen und nachts auf meiner Seite vom Bett schlafen. Unmöglich der Typ. Ich habe ihm gleich von Anfang an gezeigt, dass er hier nicht willkommen ist und wir keine Freunde werden.

Meine Mama teilen? Niemals! Dachte ich da zumindest. Und damit er gar nicht erst auf die Idee 20120410_012429kam, dass ich ihn mögen könnte, habe ich kein Stück das gemacht, was er wollte. Gassigehen? Da musste er mich schon hinter sich herschleifen! Spielen? Vergiss es! Leckerchen? Kannste selber fressen!

7 Monate lang habe ich mein Programm eisern durchgehalten, in der Hoffnung, dass der wieder weggeht. Aber nein, es hat nichts genützt. Egal, wie sehr ich mich angestrengt habe. Na ja, und wenn ich ehrlich bin, war er auch immer total nett zu mir.

Also habe ich mir gedacht, wenn der eh jetzt bleibt, dann kann ich mich besser mit ihm anfreunden. Auch wenn die Mama immer meine Nummer 1 bleibt. Inzwischen sind wir auch dicke Kumpels, aber vom Sofa aufstehen wenn die Haustür aufgeht tue ich auch heute noch nur für meine Mama.

Auch wenn ich jetzt schon 7 Jahre alt werde, das wird sich nie ändern. Wow, 7 Jahre. Wie die Zeit vergeht. Und was ich alles erlebt habe… Meine Welpen- und Jugendzeit war wirklich toll. Vieles hat sich seit dem Einzug vom Papa geändert.

Aber das erzähle ich Euch ein anderes Mal.

2 Antworten
  1. Andrea
    Andrea says:

    Wow, sich 7 Monate in Ignoranz zu üben, dass ist wirklich unglaublich hart und ein langer Zeitraum. Gut, dass Matthias sooo lange durchgehalten hat… 😉

    LG Andrea und Linda

    Antworten
    • Kellie Jaxson
      Kellie Jaxson says:

      Aber sowas von. Der Kimi ist halt ein Muttersöhnchen… immernoch. Der hat sich beim Gassi echt auf den Rücken gewofen und sich an der Leine hinterherschleifen lassen. Aber heutzutage heimlich mit dem Papa kuscheln ist doch schön lol

      Antworten

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