Ganz im Gegensatz zu Daniela Wübbena von Pfotenfreunde, die aus einem Schäferhund/Riesenschnauzermix aus einem Ups-Wurf und einem Working Cocker Spaniel aus Bulgarien ein bunt-gemischtes Rudel machte, entschied sich Hundebloggerin Lizzy für den klassischen Gang zum Züchter, um sich ihren Traum vom Hund zu erfüllen.

Und obwohl, oder gerade weil sie genau wußte, was sie wollte, dauerte es 1 Jahr, bis ihr Traumhund Emmely, eine wunderschöne Australian Shepherd-Hündin endlich bei ihr einzog. Spitzname: Das Indianermädchen. Wie es dazu kam, erfahrt Ihr auf ihrem Blog, der natürlich Emmely – Das Indianermädchen heißt.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei der tollen Geschichte, wie Lizzy „auf den Hund gekommen“ ist.

Also eins schon mal vorweg. Ich werde mich bemühen diese Erzählung nicht allzu lang werden zu lassen. Aber Lizzy und Emmely vom Hundeblog Das Indianermaedchenich kann nichts versprechen. Vielleicht macht ihr es euch also trotzdem gemütlich, holt euch einen Latte Macciato und ein paar Kekse.  Denn von dem Zeitpunkt an, als ich mich entschloss einem Welpen ein Zuhause zu schenken bis zum Einzug von Emmely verging fast ein Jahr.

Ich wollte schon immer einen Hund haben – solang ich denken kann. Aber es passte leider nie.
Im Sommer 2012 hatte ich gerade mein drittes Semester beendet und noch drei weitere vor mir. Und einige meiner Kommilitonen planten bereits ihre Vorlesungen so, dass sie ihr Studium um ein Semester kürzen konnten. Und ich fand, dass sich das sechste Semester super eignen würde, um einen Welpen groß zu ziehen.
Denn so viel Zeit würde ich nie wieder haben.

Der Plan war also, mit dem 5. Semester alle Prüfungen abgeschlossen zu haben und nur noch die Bachelorarbeit schreiben zu müssen. So würde ich nicht mehr regelmäßig zur Uni müssen. Der Plan stand und nun stellte sich die Frage nach der Rasse. Die Frage, ob es vielleicht ein auch ein älterer Hund und/ oder ein Hund aus dem Tierschutz sein könnte, kam bei mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf. Ich hatte während meines Heilpädagogikstudiums Seminare zur tiergestützten Pädagogik besucht und wollte mir gerne alle Möglichkeiten offen halten, mit meinem Hund zusammen arbeiten zu können. Ein Hund mit einer unbekannten Vergangenheit ist da leider ein zu hohes Risiko.

Australian Shepherd Emmely erster Tag zuhauseDie Frage nach der Rasse klärte sich auch innerhalb weniger Wochen. Ich wollte einen aktiven Hund, an dem ich mich austoben  und die Jahre ohne Hund wieder wett machen konnte. Ein Allrounder mit freundlichem Äußeren und dem passenden Wesen. Bei einem Kinder- Hund- Kurs lernte ich zwei ausgebildete Therapiehunde kennen.  Beide mit recht unterschiedlichem Charakter, aber im Kern genau das was ich suchte. Australian Shepherd. Ich begann mich mit Hütehunden auseinander zu setzen. Las alles was ich kriegen konnte– zwischenzeitlich schlich sich in meine Überlegungen noch der Cattle Dog ein – und blieb schlussendlich bei meiner Entscheidung. Ein Australian Shepherd sollte es also werden.

Im Herbst begann die Suche nach einem Züchter. Und die gibt es wie Sand am Meer.  Natürlich gibt es einige Kriterien, die einem helfen sollen, einen guten Züchter zu finden – und trotzdem fand ich es super schwer. Ich habe über zwei Monate gegoogelt, Homepages auseinander genommen und viele Mails geschrieben. Bis ich schließlich eine fand, bei der mein Herz ja sagte. Eine Züchterin, die bereits seit über 10 Jahren Aussis züchtete ( und damit nicht einfach dem Trend und der hohen Nachfrage folgte) und deren Hündin mich nicht nur von der Charakterbeschreibung, sondern  auch optisch ansprach.  Man unterscheidet ja zwischen der Arbeits- und der Showlinie. Besonders die Rüden der Showlinie sind sehr kräftig vom Körperbau und haben meist sehr viel Fell.

Rein optisch gefiel mir also die Arbeitslinie besser, doch für eine reine Arbeitslinie konnte ich mich auch nicht Mama und Papa von Emmely das Indianermaedchenentscheiden, da ich mir nicht sicher war, ob ich dieser gerecht werden könnte. Diese Züchterin hatte aber eine Hündin namens Pepsi, deren Mutter aus einer Arbeitslinie stammte. Die ausgewählten Deckrüden kamen aus reinen Showlininen, sodass die Welpen eine Mischung aus Beidem waren – und anhand von Fotos der Nachzuchten konnte ich sehen, dass sich die schlanke Silhouette und das kurze Fell von Pepsi selbst bei den Rüden durchsetzten. Hinzu kam, dass Birgit meine vielen Fragen sehr geduldig beantwortete  – ich hatte also meine Züchterin gefunden. Es war inzwischen Dezember geworden und es begann die Zeit des Wartens – Pepsi sollte voraussichtlich im Februar läufig werden.

Die Zeit des Wartens nutzte ich vor allem für die Namenssuche und das Abbauen von Vorurteilen.
Für mich war immer klar: Ein Rüde soll es werden. Meine Pflegehunde waren immer Rüden gewesen und das ganze Drumherum mit Läufigkeit und Scheinträchtigkeit wollte ich mir ersparen. Namen wie Hugo oder  Limo waren meine Favoriten – am besten gefiel mir aber eigentlich Emil.

Emmely Indianermaedchen 6 Wochen altViele in meinem Freundes- und Bekanntenkreises hatten Sorgen und Befürchtungen. Scheinbar jeder wollte mich vor der großen Verantwortung gegenüber eines Hundes allgemein und den hohen Ansprüchen eines Australian Shepherd warnen. Sogar meine Mutter, die immer der Meinung war, dass ich gut mit Hunden umgehen kann, hatte so ihre Zweifel und fragte mich:“ Bist du dafür nicht noch zu jung? “ Im Nachhinein kann ich darüber sehr herzlich lachen, vor allem wenn man weiß, dass ich da bereits 25 Jahre war und meine Mutter mich mit 20 Jahren bekommen hat – für ein Kind hätte sie mich wahrscheinlich nicht zu jung gehalten *kicher* Die größte Sorge der Anderen war, dass ich den Hund nicht genügend auslasten könnte „Die brauchen doch eine Herde um glücklich zu sein!“

Ich ließ mich aber nicht beirren und mit zwei Monaten Verspätung ging es dann Anfang April in die heiße Phase des Wartens. Pepsi war tragend und ich konnte es kaum erwarten, die Welpen das erste Mal auf Fotos bestaunen zu können.  Und hoffte natürlich,  dass der Richtige für mich dabei wäre. Und überhaupt ein Rüde dabei wäre.
Ich erinnere mich noch genau an den Augenblick, als die Nachricht kam, dass neun Welpen gesund und munter zur Welt gekommen sind. Es war der 30. Mai und ich hatte bei Freunden in der WG geschlafen und hatte mich gerade in den Bus gesetzt, um nach Hause zu fahren. Heulend vor Freude bin ich wieder ausgestiegen und zurück gerannt, um meinem Freund Moritz die wunderbare Nachricht zu verkünden. Und dann wurde es erst Hündin Emmelyrichtig spannend: Denn am Nachmittag wollte sich die Züchterin melden, um sich zu erkundigen, welchen Welpen man denn reservieren wolle.

Bevor manche von euch schimpfen. Ich fand es zunächst auch seltsam, einen Welpen nur vom Äußeren und ohne den Charakter zu kennen, auszuwählen. Doch zum einen reservierte man  ja nur – und wenn es dann beim ersten Besuch doch nicht passte, musste niemand bei seiner Entscheidung bleiben. Und, da gebe ich der Züchterin Recht: Vieles regelt sich durch die Erziehung. Und mal ehrlich: Wenn man Kinder bekommt, entscheidet man sich doch auch nicht nach ein paar Monaten oder Jahren um, weil einem der Charakter nicht passt ..

Da saß ich zusammen mit Moritz nun am Nachmittag also vor 9 Einzelfotos. Ein Welpe niedlicher als der Andere. Und sollte mich entscheiden. 4 Rüden. 2 in black tri (also schwarz mit weißen und braunen Abzeichen) und 2 in blue- merle (gefleckt- nicht gepunktet).

Ich hatte vorher schon immer gesagt, dass ich auf jeden Fall einen Blue- Merle Australian Shepherd habe Emmely Indianermaedchen 3 Wochen altmöchte und obwohl die wirklich, wirklich niedlich waren – irgendwie fehlte etwas. Was nun? Keinen Welpen nehmen? Moritz schlug mir vor, sich doch die Mädchen auch mal genauer anzusehen. 4 davon waren ebenfalls blue- merle. Und zwei eroberten mein Herz sofort. Allen voran die Hündin namens Emmely. Wenn das mal nicht Schicksal war oder? Ich hatte einen Emil gewollt und nun gab es da eine Emmely. Alle Bedenken bezüglich einer Hündin waren über Board geworfen.

Letztendlich waren dann 3 Welpen in der engeren Auswahl: Emmely, Bluna und Whisky. Und als die Züchterin anrief und mir eröffnete, dass ich als Erstes wählen durfte – war klar – Emmely darf Anfang August bei mir einziehen.

Die darauf folgenden 8 Wochen waren die Längsten meines Lebens. Und ich hatte gedacht, es konnte mit der Vorfreude auf die Geburt der Welpen gar nicht schlimmer werden. Konnte es aber doch.

Und obwohl ich jede Woche neue Bilder und Videos von Emmely bekam – schien die Zeit kaum zu vergehen. Als Emmely vier Wochen alt war, durfte ich sie das erste Mal besuchen.  Ich war völlig überwältigt und konnte es eigentlich nicht fassen, dass ich nun wirklich bald einen kleinen Welpen zuhause rumtapsen haben würde. Und spätestens da war ich mir sooo sicher, dass sie die Richtige für mich ist. Während manch anderer Welpe sich direkt auf meine Schoß drängelte und  schimpfte, wenn ich ihn wieder herunter setzte – war Emmely ruhig und Lizzy und Emmely erster Tag zuhauselies sich kuscheln, war anschließend aber auch zufrieden, wieder bei den anderen Welpen zu sein. Die Züchterin wusste ja, dass ich gerne einen Welpen haben wollte, der sich möglicherweise zum Therapiehund eignete und bestätigte mir auch, dass sie mit die Ruhigste aus dem Wurf ist.

Nach weiteren vier Wochen war es dann soweit:  Moritz und ich holten das kleine pummelige Indianermädchen ab. Und vor uns lag eine 2 stündige Autofahrt, die sie hervorragend meisterte.
Und dann kamen wir bei mir Zuhause an. Unser Zuhause. In das an diesem Tag das Glück auf vier Pfoten einzog.

Vorfreude ist die schönste Freude sagt man so schön. Die Auswahl des richtigen Welpen, gerade bei reinrassigen, kann eine langwierige Angelegenheit sein. Hier spielen viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Und hat man erstmal sein Herz an einen Welpen verloren, scheint die Zeit bis Welpenabholtag in Zeitlupe zu vergehen. Ich persönlich habe diese Zeit genutzt, um möglichst viel über die Rasse, Erziehung, Gesundheit und Ernährung zu lesen und mich vorzubereiten.

Für Lizzy hat sich das Warten mehr als gelohnt. Emmely war für sie definitiv die richtige Wahl. Inzwischen unterstützt die Australian Shepherd-Hündin Lizzy als Therapiehündin bei ihrer Arbeit. Was die beiden da so machen und wie das Training hierfür aussieht, erfahrt ihr auf Emmely – Das Indianermädchen.

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