Der Sommer ist da: Wenn draußen die ersten Sonnenstrahlen locken, wollen wir mit unseren Vierbeinern raus an die frische Luft. Verständlich.

Nicht ganz so verständlich ist, dass man immer wieder Hundehalter mit kleinen Hunden sieht, die ungesichert auf dem Beifahrersitz Platz finden. Oder noch schlimmer: Auf dem Schoß des Fahrers! Ihr glaubt mir nicht?

In meiner Heimatstadt Münster stoppte vor einiger Zeit die Polizei ein Auto, in dem ein Yorkshire Terrier auf dem Schoß der Besitzerin den Wagen steuerte. Mit den Pfoten am Lenkrad!

Was im ersten Moment noch witzig klingt und allenfalls Kopfschütteln verursacht, ist im Falle eines Unfalls überhaupt nicht mehr lustig. Ein ungesicherter Yorkie von 3 kg wird bei einer Geschwindigkeit von gerade mal 50 km/h zu einer 90-Kilo-Bombe.

Wie Ihr Euren Hund richtig im Auto transportiert? Es gibt Möglichkeiten für jeden Geldbeutel…

Die Gesetzeslage

Grundsätzlich gilt: Es gibt für Hunde in Deutschland keine Anschnallpflicht. Und auch keine Tiersicherungsverordnung.

Allerdings gilt der Vierbeiner im Straßenverkehr als Ladung. Nach § 23 der Straßenverkehrsordnung (Sonstige Pflichten von Fahrzeugführenden) ist der Fahrer eines Kfz dafür verantwortlich, dass die Ladung, also auch der Hund, gesichert ist.

Bussgeldkatalog 2017 Tiere im Auto

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Ein Verstoß wird mit 35,- € geahndet. Bei einer Gefährdung sogar mit 60,- € und 1 Punkt in Flensburg. Außerdem zahlt die Kaskoversicherung nicht bei Unfällen, die durch Euren Hund verursacht wurden. Die Haftpflichtversicherung reguliert den Schaden zwar, holt sich das Geld aber beim Autofahrer zurück.

Die günstige Lösung: Hundegurt

Hundegurte, die man am Halsband oder Geschirr des Yorkies befestigen kann, gibt es bereits für unter 10,- €. Der Gurt wird einfach am Gurtschloss auf der Rücksitzbank bzw. mit den Isofix-Haken zur Kindersicherung gesichert. Für Fahrten mit geringer Geschwindigkeit innerhalb der Stadt sind diese durchaus zu gebrauchen.

Allerdings sollte man darauf achten, dass alle Teile gut verarbeitet sind. Filligrane Karabinerhaken brechen bei einem abrupten Bremsmanöver schnell. Die Gurtlänge sollte so eingestellt werden, dass Euer Yorkshire Terrier nur Freiraum bis zur Vorderkante der Sitzbank hat, da die Gurte beim Aufprall noch nachgeben. Ein Geschirr ist auf jeden Fall einer Befestigung am Halsband vorzuziehen, da sich Euer Yorkie sonst bei einem Unfall schwer verletzen könnte.

Wir benutzen z. B. den Premium-Hunde-Sicherheitsgurt von Smart Animal. Überzeugt hat uns die Verarbeitung und die elastische Ruckdämpfung.

Gute Lösung für alle Vierbeiner: Sicherheitsgeschirr

Im Gegensatz zu den Hundegurten wird hier ein spezielles Hundegeschirr zur Sicherung im Auto bereits mitgeliefert.

Sicherheitsgeschirre in kleinen Größen bieten inzwischen mehrere Firmen an. Zum Glück. Vor einigen Jahren sah das leider noch ganz anders aus.

Natürlich sollte man vorher ausmessen, ob das Geschirr auch ordentlich passt. Denn nur so bietet es einen ausreichenden Schutz.

Wert sollte man auch auf eine solide Verarbeitung legen. Wie beim klassischen Gurt, muß auch hier auf die Gurtlänge geachtet werden, um einen Aufprall auf den Sitz bei einem Unfall zu vermeiden.

Ein Nachteil ist meiner Meinung nach das Handling. Es ist schon etwas umständlich, das Geschirr ständig an- und auszuziehen. Oftmals ist es nämlich nicht möglich, das Geschirr zum Gassigehen gleich anzulassen.

Beim Hundesicherheitsgeschirr von Pawaboo war man aber cleverer. So kann das Geschirr schnell im Auto befestigt werden und sogar zum Gassigehen auch an der Leine befestigt werden. Kostenpunkt in allen Größen: Unter 20,- €. Und die Farben sind wirklich schön.

Sicher in den Urlaub: Transportbox

Für alle, die mit Yorkie in den Urlaub fahren oder öfters außerhalb der Stadt unterwegs sind, empfiehlt sich der Kauf einer Transportbox. Hier gibt es unterschiedliche Lösungen. Eine normale Kunststoff-Box, wie wir sie aus dem Handel kennen, bietet ansich eine komfortable und sichere Möglichkeit, den Hund auch im Auto zu transportieren.

Man sollte allerdings beachten, dass auch der richtige Standort für die Transportbox gewählt werden muß. Ein Crashtest des ADAC zeigte, dass ein Aufstellen auf dem Rücksitz, mit Verankerung mit dem Fahrzeuggurt, keine sichere Lösung darstellt. Beim Test mit einer nur 4 Kilo leichten Katze brachen Gittertüre und Deckel bereits bei einem Unfall mit 50 km/h. Deutlich mehr Sicherheit bieten diese Kunststoffboxen, wenn sie im Fußraum quer hinter den Vordersitzen platziert werden.

Wie immer, sollte man sich für ein qualitativ hochwertiges Modell entscheiden. Diese kosten im Fachhandel um die 70,- €.

Alternativ kann man sich für eine hochwertige Softbox entscheiden. Wir benutzen den Maelson Soft Kennel in M. Hier passen alle 3 Hundis rein und man kann sie sicher auf der Rücksitzbank verstauen. Die Verarbeitung ist super und durch das AirMesh kann auch bei einem Aufprall nichts kaputt gehen. Details findet ihr in unseren Produkttest zu der Maelson Hundebox.

Den Softkennel von Maelson gibt’s bei Amazon für ca. 130,- €.

Darf’s ein bischen mehr sein: Hundebox aus Metall

Wer mehr als einen Yorkie besitzt, ist mit einer Hundetransportbox für den Kofferraum am besten bedient. Je nach Größe lassen sich bequem 2 oder mehr kleine Vierbeiner sicher unterbringen.

Natürlich muß so eine Box entsprechend befestigt und gesichert sein. Bei einem Unfall möchte man sich und seine Beifahrer ja nicht selber in Gefahr bringen.

Fährt man einen Kombi ist ein gutes Schutzgitter zwischen Kofferraum und Fahrgastzelle angebracht. Für den Komfort der Hunde sollte man dazu die Box auspolstern. Dies ist bereits mit einem Stück Teppich oder Decken möglich. Rutschfeste Matten bieten natürlich noch besondere Sicherheit für Eure Fellnasen.

Die Anschaffungskosten belaufen sich auf ca. 120,- € für einen kleinen Hund. Etwas größere Transportboxen für Hunde gibt es von Trixie schon für 170,- €.

Das Luxus-Modell: Maßanfertigung einer Hundebox

Immer mehr Firmen spezialisieren sich auf maßgefertigte Transportboxen für den Kofferraum. Hier wird die gewünschte Box aus stabilen Materialien speziell für den Fahrzeugtyp hergestellt.

Transportbox nach MaßDer Vorteil: Alles ist möglich! Es gibt nämlich nicht nur für bereits passende Boxen für fast jedes Fahrzeug. Man kann sich auch eine eigene Transportbox nach den eigenen Wünschen fertigen lassen. Hierzu läßt man seinen Wagen am besten vor Ort ausmessen und bespricht seine ganz persönlichen Wünsche mit dem Hersteller. Diese gibt es inzwischen fast überall in Deutschland.

Natürlich ist so ein Luxus-Modell nicht umsonst zu haben. Um die 350,- € und mehr muß man hier schon kalkulieren. Dafür hat man auch auf langen Strecken in den Urlaub ein sicheres Gefühl.

Sicherheit vor Kosten

Sicherlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, seinen geliebten Vierbeiner sicher zu transportieren. Meine Empfehlung: Grundsätzlich sollte man auf eine gute Verarbeitung und solide Materialien Wert legen und im Zweifel ein paar Euros mehr ausgeben. Es geht schließlich um die Sicherheit unserer Vierbeiner und nicht zuletzt auch unserer. So kann man beruhigt in den Sommer starten!

Der ADAC empfiehlt folgendes:

Auch Tiersicherungs-Systeme sollten über Crashtest-Nachweise verfügen – auf Verpackung, am besten auch in Bedienungsanleitung und am Produkt selbst. Sie sollten sie mit einer Bestätigung der Belastungsprüfung nach ECE R17, ECE R126 bzw. DIN75410-2 versehen sein.

Crashtest ADAC Tiersicherung

 

Welche Sicherungsmöglichkeit bevorzugt Ihr für eure Yorkies? Seid Ihr damit zufrieden? Habe ich eine Möglichkeit vergessen? Dann laßt es mich wissen….

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2 Kommentare
  1. Manuela sagte:

    Fossie fährt jeden Tag mit mir ins Büro und sitzt ausschließlich angeschnallt mit einem speziellen Autogurt und einem Sicherheitsgeschirr auf der Rückbank!!! Ich finde deinen Beitrag sehr gut geschrieben, vor allem weil du viele verschiedene Möglichkeiten aufzeigst, die es für eine sicherere Fahrt mit Hund gibt. Fossie und ich haben dieses Thema in unserem Blog: http://www.bre-dog.de auch gerade behandelt und gehen auf die Möglichkeiten Sicherheitsgurt und -geschirr im Detail ein.
    Liebe Grüße
    Manuela und Fossie

    Antworten
    • Kellie Jaxson sagte:

      Hallo Ihr beiden!

      Ich hatte Euren Beitrag zum Thema Sicherheit gerade kommentiert, als Euer Kommentar reinschwirrte lol

      Freut mich sehr, dass Euch mein Beitrag so gut gefällt.

      Finde das Thema auch total wichtig. Gerade Halter von kleinen Hunden vernachlässigen das gerne mal oder nehmen den Hund sogar beim Fahren auf den Schoß. Echt unverantwortlich. Ich könnte mir das nie verzeihen, wenn meinen kleinen Fellnasen was passiert. Wir überlegen sogar gerade uns für das Cabrio eine maßgefertigte Box anzuschaffen. Wollen nämlich im Sommer mit den dreien in den Urlaub fahren.

      Liebe Grüße

      Kellie

      Antworten

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