Hund und Job - das geht

Wer kennt das nicht? Kaum hat man im Freundes- und Familienkreis erwähnt, dass man sich einen Hund wünscht, gehen die Diskussionen auch schon los: „Du hast doch gar keine Zeit für einen Hund. Ihr arbeitet doch beide. Wie soll das denn gehen? Der arme Hund ist dann ständig alleine.“

Ein Thema, worüber auch in den sozialen Netzwerken regelmäßig ein Shitstorm entbrennt: Hund und Job – geht das?

Hundewelpe und Job, auch das geht

Natürlich macht man sich als künftiger Hundehalter über dieses wichtige Thema jede Menge Gedanken. Und ganz klar – eine gute Organisation des Alltags erfordert es schon, aber Hund und Job, das geht.

Als Kimi vor neun Jahren als kleiner 9 Wochen alter Yorkie-Welpe einzog war auch ich in einem Vollzeitjob berufstätig. Und dass man einen Hundewelpen nicht 8 oder mehr Stunden am Tag alleine läßt sollte eigentlich jedem klar sein. Und so nahm ich mir erstmal 3 Wochen Urlaub, damit sich der kleine Welpe erstmal einleben und wir uns kennenlernen konnten.

Und auch für die Zeit nach dem Urlaub hatte ich bereits im Vorfeld alles geklärt. Zu meinen Glück wohnte nur ein paar Straßen weiter ein alter Schulfreund von mir, der grundsätzlich Abends arbeiten musste und selbst Hundehalter war. Er freute sich sehr, tagsüber auf Kimi aufzupassen und seine 8-jähige Schäferhund-Mix Dame Shiva verliebte sich Hals über Kopf in Kimi.

Schon nach wenigen Tagen hatte sie das winzige Fellknäul adoptiert, kuschelte und spielte mit ihm als wäre es aus ihr geschlüpft. Die beiden waren ein Herz und eine Seele, und das obwohl Shiva eigentlich andere Hunde nicht besonders mochte. Mit dem Welpen im Haus blühte sie total auf und mutierte teilweise selbst wieder zum Welpen.

So viel Zeit wie Kimi als Welpe und Junghund auch bei seiner „Zieh-Mama“ verbracht hat, natürlich hat er nach und nach auch gelernt alleine zu bleiben. Und so war es auch kein Problem, wenn er mal bis zu acht Stunden alleine zu Hause war. Klar, acht Stunden sind immer noch nur die Ausnahme, aber stören tut ihn das nicht. Das kleine Faultier gammelt auch gerne mal den ganzen Tag alleine auf dem Sofa rum.

Zusammen geht’s noch besser mit Hund und Job

Als ich meine bessere Hälfte kennenlernte war Kimi 2 Jahre alt. Zugegeben, die ersten 9 Monate fand er Mathias so richtig doof. Freiwillig mit ihm spielen oder Gassi gehen? Keine Chance. Er zog es vor, in seinem Körbchen auf die „Mama“ zu warten, wußte auch unglaublicherweise ganz genau, wann ich zurück bin. Eine Viertelstunde vorher erwachte das Fellknäul zum Leben und wedelte aufgeregt vor der Haustür mit dem Schwänzchen. Verrückt oder?

Hund und Job - Yorkie alleine zu Hause

Kimi alleine zu Haus – kein Problem

Trotz des sturen Hundes zog Mathias bereits nach wenigen Wochen bei uns ein und da er in der Gastronomie arbeitet, konnte er so meist tagsüber Kimi Gesellschaft leisten. So war dieser nur noch ab und an für wenige Stunden alleine zu Hause.

Wie Ihr wisst hat Kimi meinen Schatz trotzdem um den kleinen Finger gewickelt. Was ich damit meine könnt Ihr gerne in meinem Artikel Flirtfaktor Yorkshire Terrier nachlesen! Jedenfalls zog ein Jahr später unsere Rüdin Amy bei uns ein. Seitdem hat Kimi leider nicht mehr viel zu melden, da Amy bereits am Welpenabholtag ihre Alpha-Hund Qualitäten präsentiert hat, jedoch bekamen die beiden schon nach wenigen Tagen ein Herz und eine Seele.

Vollzeitjob und Hund

Amy mag es alleine zu Hause zu sein

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir beide unsere Vollzeitjobs auf 30 Stunden reduziert und nebenbei einen Minijob in der Gastronomie angenommen. Dabei unsere Arbeitszeiten so gelegt, dass fast immer jemand zu Hause war. Kimi war hier super toll. Da er gelernt hatte total relaxt alleine zu sein, schaute sich Amy das Verhalten in Null komma nichts von ihm ab.

So klappts heute mit Job und Hund

Mittlerweile sind einige Jahre vergangen und noch immer klappt das Thema Hund und Job bei uns wunderbar. Inzwischen sind die Hundis zu dritt und alle drei sind völlig entspannt, wenn wir das Geld für die Leckerchen verdienen gehen. Morgens ist mit ihnen eh nix los. Da wird maximal der Platz im Bett gegen einen Platz auf dem Sofa getauscht. Mehr als kurz Pipi im Garten ist eh nicht drin. Viel zu früh!

Hund im Bett – ja oder nein?

Im Bett ist es am Schönsten

Seit 2 Jahren arbeite ich hier direkt im Ort und kann so in der Woche wo mein Schatz Frühschicht hat, in der Mittagspause nach Hause fahren und die Fellnasen bespaßen. Da ist die Freude immer riesengroß. So sind unsere Hundis nie mehr als 4 Stunden alleine. Noch immer arbeiten wir beide in Teilzeit und zweimal die Woche nebenbei. Das klappt wirklich sehr gut, da wir uns unsere Arbeitstage hier selbst aussuchen können.

Meiner Meinung und Erfahrung nach klappt Hund und Job also wunderbar. Vorausgesetzt man ist bereit seine Tage gut zu planen und auch Kompromisse zu machen. Ein Vollzeitjob mit Hund ohne Plan B funktioniert allerdings nicht. Man tut dem Vierbeiner damit auch keinen Gefallen. Bevor man sich einen Hund anschafft, sollte man genau wissen, wie man seinen Alltag gestalten möchte und kann.

Darf der Yorkie mit ins Bett

Wir verschlafen den Tag

Ist es möglich, dass Familienmitglieder oder Freunde auf den Hund aufpassen während man arbeitet? Oder kann man womöglich den Hund mit auf die Arbeit nehmen? Ist Homeoffice möglich? Fragen kostet nichts! Alternativ kann man sich bereits frühzeitig auf die Suche nach einem Dogsitter machen. Inzwischen gibt es sogar das Model des Dogsharings.

Auch sollte man sich darüber im Klaren sein, dass all diese Modelle erst nach einer gewissen Eingewöhnungs- und Trainingszeit greifen. Einen Welpen läßt man niemals direkt mehrere Stunden am Tag alleine. Genauso braucht ein erwachsener Hund eine gewisse Zeit, wenn er in eine neue Familie kommt. Gerade bei Tierschutzhunden weiß man vorher nie genau, wie er alleine so klar kommt.

Job und Hund muss sich also nicht grundsätzlich ausschließen. Es gibt so viele verschiedene Variationen wie man sich organisiert. Wie sieht bei Euch der Alltag aus? Wie bringt Ihr Hund und Job unter einen Hut? Lasst es uns wissen.

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