Die Weihnachtszeit ist für uns Zweibeiner die wohl schönste und besinnlichste Zeit des Jahres. Unser Heim wird weihnachtlich dekoriert, der Tannenbaum mit Lichtern, Kugeln und hübschen Accessoires geschmückt, Mistelzweige und Lichterketten aufgehangen und der Adventskranz und Schalen mit süßen Verführungen aufgestellt.

Der Besuch auf dem Weihnachtsmarkt mit Familie und Freunden gehört genauso dazu wie das Hoffen auf freudiges Rumtollen mit der Fellnase im Schnee.

Doch aufgepasst: Was uns ein heimeliges Gefühl von Besinnlichkeit vermittelt, kann für Hunde schnell zur echten Gefahr werden. Bei aller Vorfreude auf das Fest, sollte man ein paar Dinge im Hinterkopf behalten, damit auch Weihnachten mit Hund eine schöne Zeit wird!

Für ein entspannten Weihnachten mit Hund: Der Weihnachtsbaum

Für uns, wie für die meisten Menschen, ist ein Weihnachtsbaum einfach Pflicht. Ohne Baum wäre es irgendwie kein richtiges Weihnachten. Doch gerade diese schöne Tradition kann für den Vierbeiner gefährlich werden. Schon bei der Auswahl sollte man bedenken, dass die verschiedenen angeboten Nadelbäume auch unterschiedliche Eigenschaften haben. Im Normalfall tragen wir Menschen drinnen Hausschuhe. Unsere Vierbeiner jedoch nicht.

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Daher sollte man lieber zu einem Baum mit weichen Tannennadeln greifen, damit sich der Hund nicht verletzt, wenn er über fallende Nadeln läuft oder sich diese sogar in die Ballen bohren. Hier lieber zu einer Nordmann- oder Nobilistanne greifen als zu einer Fichte.

Der Standort des Weihnachtsbaums sollte gut gewählt werden. Stellt man diesen in eine Ecke, so ist er zumindest schon mal von 2 Seiten geschützt. Und vielleicht sollte man ihn nicht unbedingt dahin stellen, wo der Vierbeiner frisst, trinkt oder spielt. Bei kleinen Hunden kann das Aufstellen auf einem Podest helfen, damit sie nicht rankommen. Bei großen wäre das Befestigen unter der Decke Notfalls noch eine Alternative, zumindest aber zur Stabilisation.

Glaskugeln außerhalb der Reichweite von Vierbeinern aufhängen

Plastikkugeln geht gar nicht, oder? Es müssen schon richtige aus Glas sein… Leider Gottes fallen diese gerne mal runter und zerspringen in 1.000 Scherben. Und Schuld ist nicht immer nur der Hund. Doch leider muß dieser den Schlamasel oftmals ausbaden.

Christbaumschmuck gefährlich für Hunde

Christbaumschmuck aus Glas möglichst außerhalb der Reicheite aufhängen

Blutende Pfoten sind dann die Folge, nicht auszudenken, wenn der Liebling diese dann auch noch abschleckt. Niemand möchte, dass sich sein Hund verletzt und gerade jetzt beim Tierarzt seine Zeit verbringen. Daher sollte man Glaskugeln möglichst außerhalb der Reichweite von Vierbeinern aufhängen.

Gleiches gilt natürlich für Porzellan. Und wenn gar nichts hilft, dann doch lieber auf Plastikkugeln und Strohsterne zurückgreifen. Lametta sollte für Haustierhalter übrigens tabu sein (mal von den ökologichen Aspekten abgesehen). Dieses enthält giftiges Blei und kann zudem einen Darmverschluss verursachen, wenn es verschluckt wird. Und auch bei Schmuck aus Plastik, Metall oder Holz besteht die Gefahr von giftigen Substanzen und Verschluckung.

Kerzen und Hunde: Gefährliche Kombi

Eigentlich unnötig zu erwähnen, aber der Adventskranz sollte an einem sicheren Ort aufgestellt werden. Weit weg von neugierigen Nasen und wedelnden Schwänzchen. Hat man einen großen Hund zuhause, ist vielleicht ein unter der Decke hängender Kranz eine wirklich wunderschöne Alternative. Als Halter von kleinen Hunden kann man auch den Wohnzimmertisch oder das Sideboard nehmen. Aber Vorsicht. Auch die Kleinen haben es faustdick hinter den Ohren. Steht gleichzeitig ein leckeres Essen auf dem Tisch, kann so ein Winzling plötzlich höher springen als man denkt ;-) Aber dazu später mehr…

Echte Kerzen am Baum sehen toll aus und zaubern eine schöne Atmosphäre. Doch wer kann diese schon permanent im Auge behalten. Gerade mit einem vierbeinigen Familienmitglied sollte man daher lieber auf Lichterketten setzen, um zu verhindern, dass das Haustier sich verbrennt, wenn er mal zu dicht an den Baum vorbeigeht oder daran riechen will.

Kerzen gefährlich für Hunde

Kerzen sind gefährlich für Hunde

Auch verhindert eine Lichterkette die Gefahr eines Brandes, falls beim Spielen der ganze Baum umkippt. Hier bieten sich vor allem moderne Lichterketten mit LED-Lampen an. Diese sind nicht nur sicher sondern gleichzeitig auch ökologischer.

Ebenso sollte man darauf achten, dass der Adventskranz und andere Kerzenständer immer außerhalb der Reichweite vom Hund aufgestellt werden. Ein freudig wedelndes Schwänzchen oder neugierige Näschen können sonst schnell mal angekokelt werden. Wer einen Hundewelpen zuhause hat sollte außerdem daran denken, dass gerade für diese eine brennende Kerze unglaublich interessant sein kann. Im Zweifelsfall lieber auf Nummer sicher gehen und keine echten Kerzen verwenden.

Beliebte Pflanzen in der Weihnachtszeit

Die beliebteste Pflanze zur Weihnachtszeit ist bei vielen der Weihnachtsstern. Es gibt sie in den verschiedensten Farben. Was aber viele nicht wissen: Sie sind für Hunde hochgiftig! Gleiches gilt für Christusdorn und Mistelzweige.

Wenn man nicht darauf verzichten möchte, dann einen Standort wählen, den der Liebling auf keinen Fall erreichen kann. Und immer kontrollieren, dass keine Blätter abgefallen sind, die dieser aufnehmen oder verschlucken könnte!

Ein bunt gefüllter Adventsteller und weitere Leckereien…

Adventszeit ist Schlemmerzeit. Neben gutem Essen gehört ein schön gefüllter Adventsteller mit allerlei Leckereien dazu. Zimtsterne, Dominosteine, Printen, Vanillekipferl, Schokokugeln, Lebkuchen, Krokant, Baumkuchenspitzen, Pralinen, Trüffel… ich könnte ewig so weitermachen!

Auch Hunde sind Naschkatzen, wenn sie die Chance haben. Süßes mit Schokolade, bestimmten Nussarten und Rosinen sind absolut tabu, da giftig. Welche das im Einzelnen sind, könnt Ihr in meinem Bericht über giftige Lebensmittel für den Hund nachlesen. Genauso sind  Gewürze wie Zimt und Muskatnuss nichts für Vierbeiner. Beschränkt euch lieber auf normale Hundeleckerchen. Schließlich möchtet ihr Weihnachten mit Hund verbringen und nicht beim Tierarzt.

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Viele Leckereien sind giftig oder gefährlich für Hunde

Liebt Ihr es beim Weihnachtsessen auch so traditionell wie wir? Und ich meine nicht Heißwürstchen mit Kartoffelsalat. Wenn man, wie ich, einen Koch zuhause hat, dann muss es schon eine klassische Weihnachtsgans sein. Mit allem was dazu gehört: Stuffing, Rotkohl, Rosenkohl und Kartoffelklöße. Unsere Fellnasen lieben es, die Fleischreste von Knochen zu nagen. An Heiligabend schauen sie diesbezüglich allerdings in die Röhre. Geflügelknochen sollten nämlich nicht an Hunde verfüttert werden und schon gar nicht gegart, denn diese können splittern und dadurch böse Verletzungen verursachen.

Übrigens: Viele Hunde lieben es, das Wasser aus dem Christbaumständer zu trinken. Wir haben da auch drei Exemplare zu Hause. Wassernapf? Uninteressant. Mit dem leichten Tannengeruch schmeckt es doch viel besser. Mal mag das ja noch ok sein. Bei übermäßigem Genuss kann es aber schnell zu Durchfall oder Erbrechen kommen. Ganz zu schweigen davon, dass Nadeln verschluckt werden könnten. Zur Not einen kleinen Zaun oder ähnliches um den Stamm aufstellen. Könnte auch nützen, wenn man einen übereifrigen Rüden zu Hause hat, der den Stamm zu seinem neuen Lieblingsort zum Markieren auserkoren hat.

Auch Hunde lieben Geschenke

Wir alle lieben sie: Geschenke! Und inzwischen ist es ja nichts Aussergewöhnliches mehr, seinen geliebten Vierbeiner zu beschenken. Aber Vorsicht mit Geschenkpapier und -band.

Welpen lieben Papier

Hundewelpen und die magische Anziehungskraft des Papiers

Vor allem auf junge Hunde hat jede Art von Papier und Band eine magische Anziehungskraft und verführt zu wildem Spielen. Solange das Papier nur fröhlich zerfetzt wird, hält sich der Schaden in Grenzen. Wird dies allerdings verschluckt, kann es schnell zu Erstickungen kommen. Schenkt ihm doch lieber ein schönes, hungerechtes Spielzeug und ein tolles Leckerchen. Ohne Geschenkpapier! So könnt Ihr ihm ohne Bedenken eine Freude machen und schont gleichzeitig die Umwelt ;-)

Weihnachtsmarkt lieber ohne Hund

Was gibt es schöneres, als mit Familie, Freunden oder Arbeitskollegen über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, den ein oder anderen Glühwein, Punsch oder Kakao zu trinken und an den tollen kleinen Ständen und Buden zu stöbern? Auch diese vergnüglichen Stunden möchten man am liebsten mit dem Hund teilen. Verständlich und ansich spricht ja auch nichts dagegen, wenn man einen Vierbeiner hat, der entspannt mit solchen Situationen umgeht.

Münster Weihnachtsmarkt Lambertikirche

Münster, Weihnachtsmarkt an der Lambertikirche ||| Credit: Dietmar Rabich

Allerdings sieht es in der Realität oft so aus, dass Weihnachtsmärkte furchtbar überlaufen sind. In Ruhe schlendern ist normalerweise aufgrund der engen Gassen zwischen den Buden und der Menschenmassen nicht möglich. Ganz zu schweigen von denen, die schon ein paar alkoholische Getränke intus haben und nicht mehr ganz so koordiniert unterwegs sind. Außerdem ist die Lautstärke schon für uns unerträglich. Wie soll sich die Fellnase mit dem ausgeprägteren Gehör erst fühlen?

Lasst sie doch lieber zu Hause und verbringt einen schönen Tag oder Abend mit geliebten Zweibeinern. Dein Hund wird sich sicher schwanzwedelnd bei Euch bedanken, wenn Ihr heimkommt.

Ihr seht, dass man die Adventszeit und Weihnachten mit Hund nicht ganz so unbedarft angehen kann. Aber wenn Ihr Euch an ein paar grundsätzlichen Regeln haltet, dann wird es sicher das schönste Weihnachtsfest aller Zeiten. Und das bei Euch Zuhause. Unglaublich, oder?

 

+++Die Grafiken über die Gefahrenherde rund um Weihnachten mit Hund wurden von Fressnapf (https://www.fressnapf.de) zur Verfügung gestellt.+++

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