Yorkshire Terrier Rassestandard FCI VDH

Wenn man sich mit reinrassigen Hunden wie dem Yorkshire Terrier beschäftigt, stolpert man früher oder später zwangsläufig über den sogenannten Rassestandard.

Doch woher kommt der Rassestandard beim Yorkie überhaupt und was genau bedeutet er?

So entstand der Yorkshire Terrier

Soviel man weiß ist der Yorkshire Terrier als anerkannte Rasse ungefähr 115 Jahre alt. Der Yorkie existiert aber schon sehr viel länger. Weber aus England und Schottland, die im 19. Jahrhundert in den Textilfabriken der Grafschaften Lancashires und Yorkshires in England arbeiteten, sollen die Rasse durch Kreuzung schottischer Terrierrassen wie den Clydesdale oder den Paisley Terrier mit Maltesern geschaffen haben. Seinen Namen verdankt er somit auch der englischen Grafschaft Yorkshire.

Original Yorkshire Terrier 18.Jahrhundert Rassestandard Yorkie

Yorkshire Terriers – Mrs Foster’s „Huddersfield Ben“ and Lady Giffard’s „Katie“ circa 1870

Anfangs war er übrigens ein Hund für arme Leute und wurde meist von diesen als Rattenfänger gehalten. Damals war er noch viel größer als heute und hatte zumeist sogar kupierte Ohren. Das Natur-Stehohr von heute wurde erst im Laufe der Zeit hinein gezüchtet.

Die Vielzahl der unterschiedlichsten Terriertypen haben ihren Namen bereits in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts durch das damals schon sehr gut organisierte Ausstellungswesen in England erhalten. So erhielten die damals in der Gruppe der Scotch Terrier in Klassen für Hunde mit einem Gewicht von ca. 7 Pounds (englische Pfund), also 3,18 kg, ausgestellten Terrier den Rassenamen Yorkshire Terrier. Allerdings entschied der englische Kennel Club erst 1886, die Rasseden Yorkshire Terrier auch unter diesem Namen anzuerkennen.

audrey Hepburn Yorkie

Durch Prominente wie Audrey Hepburn wurde der Yorkie bekannt.

Hierzulande finden sich die ersten Eintragungen über den Yorkie erst 1912 im Zwerghunde-Zuchtbuch. Ab 1939 wurde die Rasse dann vom Klub für Terrier e.V. betreut. Bekannt wurde der Yorkshire Terrier allerdings erst in den 1970er Jahren. So waren 1960 erst 250 Yorkshire Terrier im Zuchtbuch eingetragen, heute schon fast 36.500.

Was ist ein Rassestandard bzw. Zuchtstandard?

Laut Wikipedia definiert sich ein Rassestandard wie folgt:

Als Rassestandard oder Zuchtstandard bezeichnet man in der Zucht von Haustieren und Nutztieren die von Zuchtverbänden definierten und festgeschriebenen, charakteristischen Merkmale einer Rasse, die als Zuchtziel angestrebt werden. Der Rassestandard bezieht sich in erster Linie auf den Phänotyp, mittelbar aber auch auf den Genotyp. Sein Ziel ist es, das Aussehen eines idealen Vertreters der dargestellten Rasse zu beschreiben.

Natürlich gibt es einen Rassestandard nicht nur für Hunde, sondern auch für Katzen, Kaninchen, Ziervögel und viele andere Tierarten. Diese Tiere werden in der Regel auf einer Tierausstellung vorgeführt. Züchter nehmen an solchen Ausstellungen teil und stellen ihre Rassetiere dabei einem Zuchtrichter vor, der diese Tiere dann eben nach den im entsprechenden Rassestandard für das Tier festgehaltenen Kriterien bewertet. Prämiert werden diejenigen, deren Phänotyp nach Ansicht des Richters am ehesten dem festgelegten Rassestandard entspricht.

Der Rassestandard beim Yorkshire Terrier

Der Yorkshire Terrier ist beim VDH folgendermaßen eingeordnet:

Ursprungsland
Grossbritannien (UK)
Standardnummer
86
Gewicht
bis 3,2 kg
Verwendung
Gesellschaftshund
FCI-Gruppe 3
Terrier
Sektion 4 Zwerg Terrier. Ohne Arbeitsprüfung.

Allgemeines Erscheinungsbild
Langhaarig, das Haar hängt glatt und gleichmäßig beiderseits herab, ein Scheitel reicht von der Nase bis zur Rutenspitze. Sehr kompakt und adrett, aufrecht in der Haltung und ein Fluidum von „Wichtigkeit“ ausstrahlend. Die Konturen sollen einen kernigen und gut proportionierten Körper erkennen lassen.

Verhalten und Charakter (Wesen)
Reger und intelligenter Zwerg-Terrier. Lebhaft bei ausgeglichenen Wesensanlagen.

Yorkshire Terrier

Kimi entspricht übrigens nicht dem Rassestandard. Er ist ein black & tan Yorkie.

Der eigentliche Rassestandard für den Yorkshire Terrier des VDH (Verband für das deutsche Hundewesen) bzw. der FCI (Fédération Cynologique Internationale), dem größten kynologischen Dachverband mit Sitz in Belgien, ist übrigens 4 Seiten lang. Hier ist ganz genau definiert, wie der Yorkie aussehen soll. Von den Ohren über die Nase bis zu den Pfoten und natürlich die Größe und das Gewicht ist alles genau aufgeführt.

So soll die Nase des Yorkies laut Rassestandard immer schwarz sein. Die Ohren klein, V-förmig, aufrecht getragen, nicht zu weit auseinanderstehend, mit kurzem Haar von satter, kräftiger Tan-Farbe bedeckt. Die Läufeläufe gerade, gut mit Haar von sattem, goldenem Tan bedeckt, wobei die Haarspitzen etwas heller schattiert sind als die Haarwurzeln. An den Vorderläufen darf das Tan nicht höher als bis zu den Ellbogen reichen. Und so weiter… klingt ziemlich krass, oder?

Muss es immer Rassestandard sein?

Vom VDH ist übrigens für die Zucht ein Mindestgewicht von 2,4 kg vorgeschrieben, das bei einer sogenannten Zuchttauglichkeitsprüfung durch Wiegen bestätigt werden muss. Andere Zuchtverbände geben andere Werte vor. So gibt es auch Verbände die ein Gewicht von 2 kg im Rassestandard vorgeben. Höchstgewicht laut VDH ist 3,1 kg. In einigen Rasseclubs werden 3,5 kg noch akzeptiert.

Wenn man sich diesen Rassestandard des Yorkies anschaut, könnte man schnell denken: Und was, wenn mein Yorkshire Terrier nicht zu 100 % diesem entspricht? Ist er deshalb kein richtiger Yorkie?

Yorkshire Terrier Hündin Amy

Yorkshire Terrier Hündin Amy

Natürlich ist er das! Jeder von uns liebt seinen Kleinen und würde ihn für kein Geld der Welt hergeben, oder? Auch wenn er vielleicht zu groß ist, das Haarkleid nicht entsprechend ist oder die Ohren hängen, ist er immer noch der schönste Yorkie der Welt.

Nur eben wird ihr Yorkshire Terrier mit diesen sogenannten „Fehlern“ nicht durch den Zuchtverband zur Zucht zugelassen. Inzwischen gibt es übrigens einige Vereine, die einen eigenen Zuchtstandard vorschreiben. Auch in diesen wird natürlich auf die Gesundheit des Hundes Wert gelegt. Allerdings sind hier auch andere Farbvarianten als blue & tan erlaubt. Im VDH bzw. FCI ist nämlich zum Beispiel der beliebte Biewer Yorkie oder auch der wunderschöne Golddust Yorkshire Terrier nicht anerkannt.

Ich persönlich finde übrigens, dass Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt. Meine Yorkshire Terrier sind für mich die schönsten der Welt, auch wenn einem ein paar Zähnchen fehlen. Denn letztendlich lieben sie uns bedingungslos und nur das zählt, oder wie seht Ihr das?

 

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